Radarfallen Blitzen Freisteller

Gemeinsam die Zukunft in Europa gestalten

Von: Elisa Zander
Letzte Aktualisierung:
6591586.jpg
Die Chance für offene Fragen genutzt: Die 60 Teilnehmer des Euriade-Projekts „Jugend im Dialog“ gingen gestern auf Burg Rode in Herzogenrath auch kritisch mit der Situation Europas um. Foto: Elisa Zander

Herzogenrath. Ein wenig enttäuscht gewesen sei er schon, als er erfuhr, dass Hans-Dietrich Genscher, diesjähriger Preisträger der Martin-Buber-Plakette wegen Krankheit nicht zur Preisverleihung kommen könne, erinnerte sich Euriade-Intendant Prof. Werner Janssen. Der Dialog mit den Jugendlichen aller teilnehmenden Länder, der traditionell im Voraus stattfindet, brauchte also einen neuen Gast.

Janssen freute sich, ihn in Dr. Jürgen Linden, den ehemaligen Oberbürgermeister der Stadt Aachen, zu finden. Der stellte sich „begeistert“, wie er später betonte, den Fragen der 60 Jugendlichen aus Deutschland, den Niederlanden, Belgien, Russland, Rumänien, Serbien und Südafrika, die diese im Vorfeld erarbeitet hatten. Das große Thema: Europa.

Miteinander und in Frieden leben – aber unter welchen Voraussetzungen? Und welche Rolle spielen die Jugendlichen dabei? „Wir brauchen neue Visionen für Europa“, sagte Linden. Dazu brauche man junge Menschen, auch in der Politik, um den Blick mehr auf die Probleme der jungen Generation zu lenken, etwa die Arbeitslosigkeit.

Um die zu verringern ist Bildung notwendig, so eine Schülerin. „Aber woher nehmen wir das Geld?“ Eine Frage, auf die Linden keine konkrete Antwort geben konnte. Er betonte aber, dass drei Prozent eines jeden Staatshaushaltes reichen würden, um den Bildungsstand aller in Europa zu verbessern. Doch diese Forderung erfülle auch Deutschland nicht.

Im Dialog verdeutlichte sich, dass die Jugendlichen unterschiedliche Wahrnehmungen von Europa und ihren eigenen Möglichkeiten haben. „Wir waren im Kommunismus Sklaven des Systems, heute sind wir im Kapitalismus Sklaven des Geldes“, erläuterte Melissa aus Serbien ihren Eindruck. „In meinem Land kann man zwar wählen, aber es ist alles das gleiche.

Ich kann Bücher und Kleidung kaufen, habe aber Angst vor der Zukunft. Ich kann viel entscheiden, doch ich bin nicht frei.“ Dafür müsse man kämpfen, sagte Linden. Die Voraussetzungen in den europäischen Ländern seien unterschiedlich, entsprechend wichtig sei es, mit Vertretern aller Staaten an der Zukunft Europas zu arbeiten. Allerdings: „Politiker versprechen viel und setzen es nicht um“, stellte ein Jugendlicher fest. „Ein Versprechen zu halten, ist manchmal schwierig“, sagte Linden. „Je mehr Parteien in den Räten sind, desto mehr Zeit kostet eine Entscheidung.“

Ein Versprechen gab Linden am Ende noch: Er will die Euriade weiter unterstützen. Hans-Dietrich Genscher nimmt den Preis im Februar entgegen.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert