Aachen - Experte der Städteregion bemängelt die Pflegenoten

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Experte der Städteregion bemängelt die Pflegenoten

Von: Udo Kals
Letzte Aktualisierung:

Aachen. „Die Alten- und Pflegeheime sind besser sind als ihr Ruf” - auch wenn Simon Robert als Ombudsmann für Senioren mit dem ein oder anderen Problem in den Einrichtungen konfrontiert war und über den Bericht der Heimaufsicht über mögliche Mängel in einzelnen Einrichtungen auf dem Laufenden ist, dann sagt er diesen Satz im Brustton der Überzeugung.

„Die Menschen müssen sich in den Heimen zu Hause fühlen können”, sagt er.

Und das tun wohl viele, wenn nicht sogar die meisten. Unterstützt wird der Ombudsmann in dieser Einschätzung von Manfred Borutta vom städteregionalen Amt für Altenarbeit. Wobei der Pflegewissenschaftler auch weiß, dass es für viele Betroffene gar nicht so einfach ist, das geeignete Heim für den Vater, die Mutter oder eine andere Person zu finden.

Zwar gibt es seit Ende 2009 den sogenannten Pflege-TÜV, in dessen Rahmen der Medizinische Dienst der Krankenkassen (MDK) alle Heime in vier Bereichen - „Pflege und medizinische Versorgung”, „Umgang mit demenzkranken Bewohnern”, „Soziale Betreuung und Alltagsgestaltung” sowie „Wohnen, Verpflegung, Hauswirtschaft und Hygiene” - kontrolliert und benotet. Doch Kritiker wie Borutta halten die im Internet und von geprüften Heimen veröffentlichten Pflegenoten für wenig aussagekräftig.

„Dieses Verfahren suggeriert Transparenz, die es aber nicht hält. Es ist von wissenschaftlichen Ansprüchen an Gültigkeit und Zuverlässigkeit Lichtjahre entfernt”, sagt der Experte und nennt ein Beispiel: So könne etwa eine schlechte Vorbeugung gegen Wundliegen durch unwichtigere Leistungen und Angebote ausgeglichen werden. „Es gibt zwar Noten, doch es fehlt in dem System an einer geeigneten Gewichtung”, beklagt Borutta, der auf Besserung hofft. Denn er unterstützt das Bestreben nach mehr Transparenz. „Doch so ist es der falsche Weg.” Und so hofft er, dass „die schwarz-gelbe Bundesregierung nun endlich in die Gänge kommt und die von einer Expertenkommission im vergangenen Sommer empfohlene Änderung und Verschärfung der Prüfkriterien umsetzt”.

In der bisherigen Form seien die MDK-Pflegenoten ungenügend, bilanziert Borutta, auch wenn er Verständnis für die Heime in der Städteregion hat, die mit einer vom MDK attestierten Note von 1,0 werben. „Aber diese Pflegenote kann nur ein kleiner Indikator sein”, betont er und empfiehlt Betroffenen, andere Informationsquellen zu nutzen - etwa die Homepage der Pflegeregion Aachen, die Ombudsmänner für Senioren, die Einrichtungen nach einem anerkannten Verfahren Gütesiegel verleihen, das Demenz-Servicezentrum, das Amt für Altenarbeit und neuerdings auch das Demenzlabel, das bislang drei Häuser in der Städteregion erhalten haben, die sich speziell auf diese Zielgruppe eingestellt haben.

„Doch am besten ist es, wenn die Angehörigen selber in das Heim gehen, das in Frage kommt”, sagt Borutta: „Man kann sehen, riechen und schmecken, ob es passt.”
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