Stolberg - Etschenberg geht gestärkt in die Wahl

Etschenberg geht gestärkt in die Wahl

Von: René Benden
Letzte Aktualisierung:
7298596.jpg
Blumen für den Kandidaten: Helmut Etschenberg (2.v.r.) nimmt mit seiner Frau Anita die Glückwünsche der CDU-Vorsitzenden Aachen sowie Aachen Land, Ulla Thönnissen und Axel Wirtz, entgegen. Foto: Dirk Müller

Stolberg. Eigentlich sollte 2015 ja Schluss sein. Dass Helmut Etschenberg sich anders entschieden hat und im Mai noch einmal für das Amt des Städteregionsrates kandidiert, hat gewiss unterschiedliche Gründe.

Einen, der ihm selbst besonderen Spaß bereitet, formulierte er am Freitag in aller Bescheidenheit vor seinen Parteifreunden in Stolberg so: „Ich habe in den zurückliegenden fünf Jahren gezeigt, dass ich es kann!“ Die CDU der Städteregion sieht das wohl ähnlich und schickt ihn mit 98,8 Prozent ihrer Stimmen ins Rennen um den Städteregionsrat.

Etschenberg betonte in seiner 70-minütigen Antrittsrede immer wieder, dass er gestalten wolle – auch abseits der Standardthemen Bildung, Arbeitsplätze und Infrastruktur. Seine zuletzt zahlreichen Reisen zu den niederländischen und belgischen Nachbarn haben ihn dabei offenbar inspiriert. Viele seiner Ideen für die neue Legislaturperiode. sind euregional und international ausgerichtet.

So will er sich beispielsweise nach niederländischem Vorbild um die Hygiene in den Krankenhäusern kümmern. Das Gesundheitsamt solle in Kooperation mit den Krankenhäusern höhere hygienische Standards setzen, damit sie frei von multiresistenten Erregern werden. Die Städteregion müsse schaffen, „was unsere holländischen Nachbarn geschafft haben“, sagte Etschenberg.

In die Reihe dieser Pläne passt auch die Errichtung einer internationalen Schule, um die Aachener Hochschullandschaft für ausländische Experten und deren Familien attraktiver zu machen. Außerdem müssten viele bürokratische Hürden in der Euregio abgebaut werden, um das wirtschaftliche und kulturelle Potenzial von Deutschland, Ostbelgien und Limburg abzurufen.

Das große Vertrauen, das Etschenberg in seiner Partei genießt, basiert aber wohl weniger auf seinen Visionen. Seine Partei attestiert ihm eine solide Bilanz der zurückliegen Jahre: Zwar waren seine ersten Jahre im Amt vom Permanentkonflikt mit der Stadt Aachen geprägt. Doch seitdem er sich mit Aachens OB Marcel Philipp arrangiert hat, fällt es ihm sichtlich leichter zu erklären, welchen Weg er mit der Städteregion einschlagen will.

Bildung und Wirtschaftsförderung über Kommunen- und Staatsgrenzen hinweg – mit solchen Themen konnte Etschenberg punkten. Zusätzlich erleichtert ihm sein Pragmatismus die Zusammenarbeit mit der politischen Konkurrenz. Beim Erhalt des finanziell schwer angeschlagen Medizinischen Zentrums (MZ) in Würselen, konnte der Städteregionsrat auf breite politische Unterstützung bauen – auch, weil er von der SPD respektiert wird.

Doch noch aus einem anderen Grund haben viele CDU-Mitglieder erleichtert zur Kenntnis genommen, dass Etschenberg noch einmal antritt. Er erspart seiner Partei eine Nachfolgediskussion. Und die hätte für die CDU im Wahlkampf durchaus ungemütlich, vielleicht sogar schädlich werden können. Nun aber, mit Etschenberg an der Spitze, sieht sich die Union der Städteregion für den 25. Mai gut gerüstet.

Leserkommentare

Leserkommentare (2)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert