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Erzieherinnen werden dringend gesucht: Chance für Arbeitslose

Von: Margot Gasper
Letzte Aktualisierung:

Städteregion. Die Berufsaussichten für Erzieherinnen sind bestens. Gut ausgebildete Fachkräfte müssen sich nicht sorgen, ob sie einen Job finden. Sorgen haben eher die Kommunen. Die Stadt Aachen etwa wirbt längst offensiv um Personal für ihre Kindertagesstätten.

Ab August gilt der Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz für die unter Dreijährigen, und der damit verbundene Kita-Ausbau verschärft das Problem weiter. Die Agentur für Arbeit Aachen-Düren und das Jobcenter der Städteregion stellen nun Mittel bereit, um Arbeitslose zu Erzieherinnen und Erziehern umzuschulen.

An der Aachener Käthe-Kollwitz-Schule allerdings sind aktuell gar keine Plätze mehr frei. Das Berufskolleg in Stolberg dagegen ist auf die Umschüler eingerichtet und hält eigens Plätze für sie vor. Trägerin beider Schulen ist die Städteregion.

Eine Änderung der gesetzlichen Grundlagen macht es neuerdings wieder möglich, die Erzieherausbildung über das Sozialgesetzbuch III, das die Arbeitsförderung regelt, zu bezuschussen. Zwei Infoveranstaltungen hat die Arbeitsagentur bereits abgehalten, eine in Düren und eine in Aachen. Und mit der Resonanz in Aachen ist Heinz Klinkenberg, Teamleiter Arbeitsvermittlung und Koordinator für die berufliche Weiterbildung bei der Arbeitsagentur, zufrieden. „Bei der Veranstaltung in Düren gab es nur sieben Interessenten“, berichtet er, „in Aachen waren es letzten Freitag immerhin 42.“

Für die Umschulung infrage kommen Frauen – und natürlich auch Männer –, die arbeitslos oder von Arbeitslosigkeit bedroht sind, erläutert Klinkenberg: „Sie haben keine Ausbildung oder aber eine Ausbildung, deren Verwertbarkeit nicht mehr gesehen wird.“ Wer zum Beispiel mehr als vier Jahre in seinem erlernten Beruf nicht gearbeitet hat, gilt offiziell als „wieder ungelernt“.

„Wir haben zusammen mit dem Jobcenter etwa 20 Bildungsgutscheine zu vergeben“, sagt Klinkenberg. Wer einen dieser Gutscheine bekommt, hat damit die Förderzusage für seine Umschulung in der Tasche. Um einen Ausbildungsplatz allerdings müssen sich die Interessenten dann noch bemühen. Und die Fachschulen haben nicht unbegrenzt Kapazitäten.

Sogar eine Warteliste

In Aachen bietet die Käthe-Kollwitz-Schule an ihrer Fachschule für Sozialpädagogik die Ausbildung zur staatlich anerkannten Erzieherin an. Rund 80 fertige Erzieherinnen und Erzieher verlassen jedes Jahr die Schule. „Fürs neue Schuljahr können wir leider keine Bewerber mehr aufnehmen“, erklärt Schulleiter Hans Pontzen. Das Anmeldeverfahren sei abgeschlossen, es gebe sogar eine Warteliste. „Das ist schade für alle geeigneten Bewerber, die jetzt nicht zum Zuge kommen“, bedauert Pontzen.

Am Berufskolleg in Stolberg dagegen haben die Umschüler mit Bildungsgutschein durchaus gute Chancen. „Wir waren frühzeitig mit der Arbeitsagentur in Kontakt“, berichtet Edelgard Brüggemann, Abteilungsleiterin Sozialpädagogik am Berufskolleg. „Wir werden noch eine Klasse mit rund 20 Plätzen eröffnen.“

Bei der Arbeitsagentur indes nimmt man in Sachen Umschulung auch bereits das nächste Jahr in den Blick. „Perspektivisch blicken wir schon auf 2014“, sagt Klinkenberg. Wer mit dem Bildungsgutschein jetzt nicht zum Zuge komme, habe nächstes Jahr Chancen.

Die Teilnehmer an der Qualifizierung erhalten die klassische Erzieherausbildung: zwei Jahre Schule, danach ein Jahr Berufspraktikum. Die Zugangsvoraussetzungen sind nicht ohne. „Man braucht die Mittlere Reife und eine abgeschlossene einschlägige Berufsausbildung, zum Beispiel als Kinderpflegerin oder Heilerziehungspflegerin“, erläutert Klinkenberg. Auch wer Abitur oder Fachabitur vorweisen kann, muss ein Jahr einschlägige Berufserfahrung gesammelt haben, mindestens 20 Stunden die Woche. Hier wird auch ein Freiwilliges Soziales Jahr oder der Bundesfreiwilligendienst angerechnet.

Am Berufskolleg Stolberg beenden gerade an die 60 Erzieherinnen und Erzieher ihre Ausbildung. „Und wir bilden gute Leute aus“, sagt Edelgard Brüggemann selbstbewusst. 75 angehende Erzieherinnen starten im Sommer ins Berufspraktikum. Sie stehen dann in einem Jahr dem Markt zur Verfügung. Und wie es aussieht, können auch sie sich ihren Job aussuchen.

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