Aachen - Einer von 73 wird der fünfte Dezernent

Einer von 73 wird der fünfte Dezernent

Von: Jutta Geese
Letzte Aktualisierung:

Aachen. Dass das kommende Wochenende ziemlich verregnet sein soll, kommt Helmut Etschenberg ein bisschen entgegen. Schließlich will sich der Städteregionsrat Arbeit mit nach Hause nehmen - die Bewerbungsmappen für die fünfte Dezernentenstelle.

Immerhin 73 Männer und Frauen trauen sich den Posten zu und haben sich auf die Ausschreibung gemeldet. „In aller Ruhe” will Etschenberg am Wochenende die Lebensläufe und Arbeitsnachweise anschauen und sich ein erstes Bild von der Qualifikation der Bewerber machen.

Die Tatsache, dass er sich durch 73 Bewerbungen kämpfen muss, zeigt laut Etschenberg, „dass es eine interessante Aufgabe ist, die wir anbieten”. Und für „beachtlich” hält er, dass sich 21 Frauen um die Position bewerben. „Das ist eine deutlich stärkere Mischung als früher”, sagt er. Aus ganz Deutschland sind Bewerbungen eingetrudelt. „Die Stelle war ja bundesweit im Internet ausgeschrieben”, sagt Etschenberg. Und so haben Menschen von Berlin bis Bayern ihr Interesse bekundet, sich bei der Städteregion verantwortlich um Themen wie Regionalentwicklung, Tourismus, Wirtschaftsförderung, Bildung und Kultur zu kümmern. „Aber auch aus Aachen, Köln und Düsseldorf haben wir Bewerber”, sagt Etschenberg.

Wer die Dezernentenriege verstärken wird, soll bis zum 15. September feststehen. „Das werde ich aber nicht alleine entscheiden - obwohl ich das könnte”, sagt der Städteregionsrat. „Ich mache es wie Landrat Carl Meulenbergh und beteilige alle Fraktionen in der Auswahlkommission. Das ist ein völlig transparentes Verfahren.” Und das sei richtig so. Schließlich müsse ein Dezernent, eine Dezernentin mit der Politik zusammenarbeiten. Da sei es gut, wenn von Anfang an Akzeptanz bestehe.

Am Wochenende will Etschenberg unter den 73 Bewerbern diejenigen auswählen, die er zu einem Vorstellungsgespräch einladen möchte. Diese Vorschläge wird er dann den Vorsitzenden der sechs Fraktionen im Städteregionstag unterbreiten. „Die Fraktionen bekommen aber auch alle anderen Bewerbungsunterlagen und können weitere Vorschläge machen”, betont er. Wie viele Bewerber letztlich zu der ersten Auswahlrunde eingeladen werden, steht daher noch nicht. Fest steht jedoch, dass es eine zweite Auswahlrunde geben wird, in der den Bewerbern noch etwas stärker auf den Zahn gefühlt wird. „Das hat sich in der Vergangenheit bewährt”, sagt Etschenberg. Ob zu dieser Runde drei, fünf oder sechs Bewerber eingeladen werden, ist noch offen.

Im politischen Raum wird die Stellenausschreibung kritisch gesehen, jedenfalls von der SPD. Sie hält nichts davon, dass Etschenberg das Thema Regionalentwicklung einem Dezernenten überträgt. Eine fünfte Dezernentenstelle sei zudem in Zeiten, da frei werdende Stellen in der Verwaltung ein Jahr nicht besetzt werden dürfen, ein falsches Signal an die Beschäftigten.
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