Aachen - Ein neues Wir-Gefühl ist bei den Genossen angesagt

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Ein neues Wir-Gefühl ist bei den Genossen angesagt

Von: Albrecht Peltzer
Letzte Aktualisierung:

Aachen. Traditionen wollen gepflegt werden. Das ist im Karneval so, das ist dann auch am Aschermittwoch nicht anders. Mit Fisch und Polit-Talk. Doch Tradition braucht auch neue Impulse. Und so kommen im Aachener Jakobshof an diesem Aschermittwochabend nicht nur die Genossen aus der Stadt, sondern auch aus dem Kreis Aachen zusammen.

Eine andere Stimmung ist zu spüren, aufgekratzter, brisanter geht es zu. Der politische Aschermittwoch steht ganz im Zeichen des Superwahljahres 2009 und im Zeichen neuer politischer Strukturen. Wir-Gefühl ist angesagt, die Städteregion lässt grüßen.

Dass das bisweilen noch mit Startschwierigkeiten verbunden ist, verwundert wenig. Beispiel? An der Theke des Jakobshofs stehen zwei altgediente Aachener Genossen, Ratsherren seit Jahrzehnten. „Wer ist denn der Lange da vorne?”, fragt der Eine den Anderen. „Keine Ahnung, irgendeiner aus dem Kreis wahrscheinlich”, lautet die mit Schulterzucken garnierte Antwort.

Und auch bei der Frage nach dem Alter von Martin Peters, der als Bundestagskandidat im Kreis antritt, darf noch an Präzision gearbeitet werden. „Mitte 30, schätze ich.” - „Nein, garantiert jünger, so viel ich weiß...” Anlaufschwierigkeiten.

Der Jakobshof jedenfalls ist prall gefüllt, als Ulla Schmidt die Genossen begrüßt. Sie schafft dann schon einmal Fakten und begrüßt „den neuen Oberbürgermeister von Aachen”, Karl Schultheis, und den neuen „Städteregionspräsidenten” Uwe Zink. Dass der - so er denn gewählt wird - gar nicht Präsident heißen darf, sei am Rande erwähnt. Das Städteregionsgesetz hat den „Präsidenten” durch den „Rat” ersetzt.

„Fahrgemeinschaft mit Ulla”

Das Wir-Gefühl: Martin Peters, Uwe Zink und Karl Schultheis spielen rhetorisch gekonnt auf dieser Klaviatur. Es ist ein klares Bekenntnis zur Zusammenarbeit in der Region und darüber hinaus. Wohl wissend, dass diese Städteregion noch eine Menge Anschub braucht - nicht nur, was das innerparteiliche Kennenlernen angeht. Wir-Gefühl und Selbstbewusstsein, das zieht sich wie der sprichwörtliche rote Faden durch diesen Abend.

Peters freut sich schon auf die „Fahrgemeinschaft mit Ulla nach Berlin”, sieht die SPD - die 2004 bei der Europawahl in Aachen auf 21 Prozent absackte - auch beim Urnengang am 7. Juni vorne: „Wir zeigen die bessere Perspektive für Europa au.” Uwe Zink spürt, dass das Thema Städteregion in der Stadt Aachen mitunter stiefmütterlich behandelt wird. Dass dieser Zusammenschluss aber maßgeblich auch das Oberzentrum prägen wird, darauf macht der Spitzenkandidat der SPD in Stadt und Kreis Aachen mit Nachdruck aufmerksam.

Zudem ist der neue Termin für die Kommunalwahl auch an diesem Abend Thema. Natürlich. Von „neuerlicher Trickserei der Landesregierung” spricht Schultheis. Von „Geldverschwendung” ist die Rede. „Mit den Zusatzkosten von 250.000 Euro hätten wir in der Stadt viel Gutes tun können”, meint Schultheis.

Und nach dem Reden kommt das Essen. Fisch mit Bratkartoffeln. Tradition beim politischen Aschermittwoch.
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