Drei Millionen Euro pro Jahr für Schulsozialarbeit

Von: Udo Kals
Letzte Aktualisierung:

Aachen. Wie viel Verbal-Dresche Bundessozialministerin Ursula von der Leyen (CDU) für ihr aus dem Boden gestampftes Bildungs- und Teilhabepaket in den vergangenen Monaten auch eingesteckt haben mag - ein wenig Lob ist jetzt auch ihr gewiss.

Denn aus den Mitteln des Pakets kann nun „endlich die Schulsozialarbeit ausgebaut werden”, freut sich der städteregionale Bildungsdezernent Gregor Jansen darüber, Forderungen der Politik aus der Vergangenheit nun flächendeckender als bisher in die Tat umsetzen zu können. Denn über den Daumen gepeilt drei Millionen Euro stehen der Städteregion bis Ende 2013 jährlich zur Verfügung, um Sozialarbeiter zu engagieren. Diese sollen sich in allen Schulformen - von der Grundschule bis zum Berufskolleg - um verhaltensauffällige Schüler kümmern, ihnen die Chance auf einen Schul- beziehungsweise Berufsabschluss ermöglichen.

Dass es dringenden Handlungsbedarf gibt, unterstreicht die schwarz-grüne Mehrheit im Städteregionstag mit einem Antrag auf Aufstockung der Arbeit in den Berufskollegs. „Bei mehreren Gesprächen haben uns Kollegleiter die zum Teil drastische Entwicklung dargelegt”, sagt Wolfgang Königs (CDU). Schließlich würden immer mehr Jugendliche mit besonderen Ausbildungshemmnissen in Maßnahmen untergebracht und landeten im Berufsgrundschul- oder Berufsorientierungsjahr auf einem der Kollegs. Und Elisabeth Paul (Grüne) ergänzt: „Jugendliche, die an der Regelschule sonderpädagogischen Förderbedarf hatten, sind auf den Kollegs manchmal auf sich alleine gestellt. Da entstehen sehr schwierige Situationen. Ein Jugendlicher kann da eine ganze Klasse sprengen.”

Das weiß natürlich auch SPD-Fraktionschef Josef Stiel, der das Thema Schulsozialarbeit im Altkreis Aachen maßgeblich forciert hat. Und so sieht der Sozialdemokrat die nun zur Verfügung stehenden Mittel nicht nur als Bestätigung seiner langjährigen Bemühungen. Vielmehr ist er froh, dass nun die Schulsozialarbeit verstärkt umgesetzt werden kann.

Und so hoffen die Politiker jetzt mit Geldern aus dem Bundestopf als Anschubfinanzierung auf Abhilfe bei den Berufskollegs. Und zwar langfristig. Stehen die Gelder aus dem Bundesministerium bis Ende 2013 zur Verfügung, fordern sie die Verwaltung auf, ein Konzept zu erarbeiten, das die langfristige Schulsozialarbeit sicherstellt - „aus eigenen Mitteln”, wie es im Antrag von Schwarz-Grün heißt.

Doch zunächst gilt es, die Mittel aus Berlin zu kanalisieren. Jansen und sein für den Sozialbereich zuständiger Dezernentenkollege Günter Schabram machen klar, dass das Geld nicht mit der Gießkanne und über die Köpfe der Betroffenen verteilt wird. Auf einen Verteilungsschlüssel haben sich die Städteregion und die zehn regionsangehörigen Kommunen bereits verständigt. Schließlich geht nicht das ganze Geld an die Kollegs, wo bereits seit Jahren Schulsozialarbeiter beschäftigt sind - einige Kollegs haben Sozialarbeiter auf Lehrerstellen engagiert, andere teilen sich Schulsozialarbeiter.

Dass deren Arbeit aber eigentlich schon früher einsetzen muss, haben einige Kommunen erkannt und Sozialarbeiter etwa für Grundschulen eingestellt. Doch da dies zu den freiwilligen Leistungen gehört, können viele der klammen Städte und Gemeinden das bislang nicht umsetzen. Das könnte sich jetzt ändern.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert