Drastischer Anstieg: Kennzeichenklau grassiert in der Städteregion

Von: Udo Kals
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Achtung, Langfinger: Diebe haben es verstärkt auf Fahrzeugkennzeichen abgesehen. Foto: Thorsten Karbach

Städteregion. Der große Kennzeichen-Klau geht in der Städteregion um: Schraubten Ganoven im Jahr 2005 noch 331 Metallplatten von den Stahlkarossen ab, waren es im vergangenen Jahr im Gebiet des Aachener Polizeipräsidiums bereits 886.

Nicht nur für Polizeipräsident Klaus Oelze eine bemerkenswerte Zahl, wie er jüngst bei der Vorlage der Kriminalitätszahlen sagte. Wobei vor allem die Explosion der Fallzahlen in Aachen ins Auge sticht. In der Kaiserstadt verdreifachten sie sich innerhalb von vier Jahren auf 643. Und der Trend hält auch in den ersten beiden Monaten des laufenden Jahres an, sagt Polizeisprecher Michael Houba. Damit unterscheiden sich die Entwicklung in diesem Bereich durchaus deutlich von der im restlichen Land zwischen Rhein und Ruhr.

Stellt sich die Frage: Was wollen die Diebe mit den ganzen Kennzeichen? „Das wüssten wir auch gerne”, sagt Kripo-Chef Helmut Wälter. Wobei die Experten im Polizeipräsidium da schon Verdachtsmomente haben. So dürften die Kennzeichen zu einem Teil gestohlen werden, um mit diesen weitere Straftaten zu verüben - etwa um auf Einbruchstour zu gehen. Das Problem für die Ermittler: „Wenn uns Zeugen Hinweise auf das Fahrzeug der Täter geben, könnte das Kennzeichen eben falsch sein”, meint Houba, der ein anderes Beispiel nennt: „Die gestohlenen Kennzeichen dürften auch dazu genutzt werden, einen Benzindiebstahl an Tankstellen zu tarnen.”

Und so geht die Polizei davon aus, dass die gestohlenen Platten von den Ganoven für dubiose bis dunkle Zwecke benutzt werden, wobei die Bandbreite der Taten groß sein dürfte und bei der hohen Zahl der Fälle wohl die Grenznähe eine Rolle spielt. Dem Phänomen begegnen will die Polizei jedenfalls durch verstärkte Kontrollen und eine noch intensivere Zusammenarbeit mit dem Straßenverkehrsamt.

Dessen Leiter Ralf Kahlen erläutert, dass seine Mitarbeiter per Computer mit den Kollegen der Polizei bereits jetzt vernetzt sind und dass es einen Austausch unter den Fachleuten gebe. „Wenn beispielsweise gestohlene Kennzeichen von der Polizei zur Fahndung ausgeschrieben werden, wissen wir darüber Bescheid.” Dies sei wichtig. Schließlich würden Kriminelle im Straßenverkehrsamt vorstellig, um mit gefälschten Papieren „eine neue Legalität zu erzeugen”. Doch sein Haus sei gegen diese Form der Kriminalität durchaus gewappnet. „Unsere Mitarbeiter sind da besonders geschult und haben für gefälschte Unterlagen einen Blick. Das ist wie früher bei den Kassierern, die Falschgeld erkennen konnten”, sagt Kahlen.

Für die betroffenen Bürger ist der Diebstahl ihrer Kennzeichen jedenfalls nicht nur lästig. Er kostet auch etwas. Für Schilder und Gebühren kommen rund 50 Euro zusammen, sagt Kahlen und betont: „Bei einem Verlust - egal ob Diebstahl oder nicht - gibts ein neues Kennzeichen.” Das heißt: Der Besitzer bekommt auf jeden Fall eine neue Buchstaben-Zahlen-Kombination.
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