Aachen/Städteregion - Die Wahl ist gelaufen, die Zukunft beginnt

Die Wahl ist gelaufen, die Zukunft beginnt

Von: Angela Delonge
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Aachen/Städteregion. Für den frischgebackenen Landtagsabgeordneten Stefan Kämmerling war in der Wahlnacht kurz nach Mitternacht Schluss. Nicht, dass der SPD-Shooting Star ob der Strapazen des Wahlkampfs etwa schlapp gemacht hätte. Nein, die Freundin musste am nächsten Morgen früh zur Arbeit.

Keine Frage, das Leben geht weiter, auch wenn man quasi über Nacht zum Landtagsabgeordneten aufgestiegen ist. Der Eschweiler Sozialdemokrat ist in einem kurzen und strapaziösen Wahlkampf nach 2010 zum zweiten Mal als Herausforderer von CDU-Kreisparteichef Axel Wirtz angetreten, und ihm ist tatsächlich ein überragender Sieg gelungen. Mit 4528 Stimmen übertrumpfte er den altgedienten Christdemokraten, der seit 1999 Landtagsabgeordneter ist und seinen Sitz am Sonntag nur noch über die Landesliste verteidigen konnte.

Kommunen stärken

„Nun bin ich gespannt, was auf mich zukommt”, sagte Kämmerling Montagmorgen während er noch die vielen Glückwünsche sichtete. „Das war mir leider gestern Abend nicht möglich, weil mein Handy plötzlich ausging - der Akku war leer.” Nun geht es an die Organisation seines neuen Lebens als Landtagsabgeordneter. „Ich bin sehr motiviert, für die Inhalte der SPD einzutreten”, versichert der 36-jährige gelernte Bankfachmann, der für den Wahlkampf unbezahlten Urlaub genommen hatte.

Seine rote Linie als Landespolitiker bleibe dieselbe wie als Kommunalpolitiker: „Die Kommunen in finanzieller Hinsicht stärken. Dazu will ich meinen Beitrag leisten, und darauf freue ich mich sehr”, so Kämmerling. „Wir haben hier im Südkreis fünf Kommunen, die das alle dringend brauchen.” Vieles habe sich ja schon verbessert, sagt er: „Aber an diesen Stellschrauben will ich weiter drehen. Und mit vier Abgeordneten aus dem Altkreis Aachen im Landtag werden wir schon gut was bewirken können”, da ist Kämmerling sicher.

Was die Arbeit im Landtag betrifft, hat Kämmerlings Parteikollegin Eva-Maria Voigt-Küppers ihre „Feuertaufe” längst hinter sich; sie ist seit 2010 Mitglied des Landtags. Und sie hat es wieder geschafft. „Es passte halt alles”, freut sich die Würselenerin, die mit einem Wahlergebnis in ihre zweite Runde geht, von dem sie selbst nicht erwartet hatte, dass es „in dieser Höhe ausfallen würde”.

Voigt-Küppers konnte ihren 2000-Stimmen-Vorsprung von 2010 zum konkurrierenden CDU-Kandidaten um weitere 6000 ausbauen und führt das vor allem auf die „gute Mischung aus Stimmungslage und vertrauensbildender Politik” zurück. „Vieles, was die SPD angekündigt hat, haben wir durchgesetzt”, sagt sie und nennt als Beispiele den Wegfall der Studiengebühren und das beitragsfreie Kindergartenjahr.

Stimme für die Region

Was auch „passte”, war das „Lieblingsthema” von Eva-Maria Voigt-Küppers, die Familienpolitik. Das wird es auch bleiben, und doch sieht die SPD-Frau dringenden Handlungsbedarf auf einem weiteren Feld: dem öffentlichen Wohnungsbau. „Aachen und die Städteregion gehören zu den zukünftigen Zuwanderungsgebieten in NRW, nicht zuletzt wegen der guten Hochschulen hier. Wir brauchen also dringend bezahlbaren Wohnraum, der wegen des demografischen Wandels auch barrierefrei sein sollte.” Dafür will sich Eva-Maria Voigt-Küppers in Zukunft einsetzen.

Der Jüngste im Bunde ist Hendrik Schmitz mit 34 Jahren. Der Kandidat der CDU aus Baesweiler hat trotz der herben Verluste seiner Partei den Einzug in den Landtag über die Landesliste geschafft. „Ich freue mich, dass ich als junger Kandidat im Landtag bin”, sagte Schmitz am Montag gegenüber unserer Zeitung. „Die CDU hat die Zeichen der Zeit erkannt und bringt junge Leute nach vorne; es ist ein tolles Signal meiner Partei gewesen, mich direkt auf Platz 20 der Landesliste zu setzen”, so Schmitz.

Der Wahlkampf sei wegen der Kürze der Zeit eine Herausforderung gewesen, bei dem er von null auf hundert starten musste. Aber: „Ich habe alles gegeben.” Und seine Motivation bleibe hoch, so Schmitz: „Ich werde mit voller Kraft anpacken, möchte eine Stimme für die Region sein, vor allem für den ländlichen Raum.” Denn „der hat Zukunft”, davon ist der Landwirt überzeugt. Darüber hinaus werde er sich im Landtag programmatisch mit den Themen Generationengerechtigkeit und Verschuldung positionieren. „Das ist ein großes Thema für die Zukunft”, davon ist Schmitz überzeugt.

Der Wahlausschuss tagt am Mittwoch

Bereits am Mittwoch, 16. Mai, kommt um 16 Uhr der Wahlausschuss im Haus der Städteregion zusammen, um das amtliche Ergebnis der Landtagswahl 2012 in den Wahlkreisen III und IV festzustellen. Die Sitzung findet in Raum B 128 im Haus der Städteregion, Zollernstraße in Aachen, statt.

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