Die Region in den Augen eines Fremden

Von: Jutta Geese
Letzte Aktualisierung:
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„Stadt-Land-Mensch” nennt Andreas Weinand seine fotografische Annäherung an die Städteregion. Die Aufnahmen sind ab Samstag im KuK zu sehen.

Monschau. 18 Tage lang war der Essener Fotograf Andreas Weinand im Sommer 2008 in den zehn Kommunen der Städteregion unterwegs. 1400 Kilometer hat er dabei zurückgelegt, über 1100 Aufnahmen gemacht. Etwa 70 davon hat Weinand für die Ausstellung „Stadt - Land - Mensch.

Eine photographische Annäherung an die Städteregion Aachen” ausgewählt, die am Samstag im Kunst- und Kulturzentrum des Kreises Aachen in Monschau eröffnet wird.

Fotos vom Aachener Dom wird man ebenso wenig finden wie Bilder vom Rursee. Sein Auftrag lautete schließlich nicht, das ins Bild zu setzen, was ohnehin jeder kennt oder was gemeinhin in Hochglanzbroschüren für Touristen abgedruckt wird. Weinand hat sich der Städteregion auf die für seine Arbeit typische Weise angenähert: Er hat mit den Menschen gesprochen, hat sich auf ihre Geschichten eingelassen, auf die Landschaft, die Ortschaften.

Er wollte ein Gespür bekommen für das, was typisch für die Städteregion ist. Dabei geht es ihm nicht um die Darstellung von Klischees, vielmehr darum, unaufdringlich regionale Identität ins Bild zu setzen, Geschichten zu erzählen über die Menschen, die hier leben.

Aber kann eine Fotoserie - und speziell diese - tatsächlich so etwas wie die Identität der Städteregion widerspiegeln? Auf Einladung von Prof. Bernd Mathieu, Chefredakteur dieser Zeitung, diskutierte Andreas Weinand darüber mit dem Kunsthistoriker Prof. Dr. Georg Bussmann, der Kuratorin des Suermondt-Ludwig-Museums, Silvia Böhmer, Kreisdirektor Helmut Etschenberg, und Dr. Nina Mika-Helfmeier, Kulturbeauftragte des Kreises.

In einem Punkt waren sich bei dem Gespräch, das im Ausstellungskatalog dokumentiert ist, alle einig: Ein Fotograf aus der Städteregion hätte vielleicht andere Motive in Szene gesetzt als Andreas Weinand, aber es ist viel spannender zu sehen, wie ein „Fremder” die Region wahrnimmt.

„Andreas Weinand öffnet uns die Augen für manches, was wir mit Sicherheit übersehen würden”, sagt Silvia Böhmer. „Ich habe mich erst ein Stück überwinden müssen, mich auf den Blick eines Dritten einzulassen”, gesteht Helmut Etschenberg. Aber dann hätten die Fotos ihn zum Nachdenken über seine Vorstellungen von regionaler Identität gebracht.

„Jeder Betrachter der Ausstellung wird das anders sehen, aber das kann trotzdem dazu führen, dass man Gemeinsamkeiten findet.” Diskussionsstoff über Begriffe wie Heimat oder Identität liefern die Landschaftsaufnahmen, Porträts und Alltagsszenen in jedem Fall, meint Prof. Bussmann, denn: „Sie lösen Gefühle aus. Und wir sehen die Region durch seine Augen.”

„Gerade in der scheinbaren Einfachheit dokumentarisch wirkender Bilder liegt ein immenses künstlerisches Potenzial”, sagt Weinand. „Er hat unspektakuläre Bilder gemacht”, sagt Silvia Böhmer. „Aber genau das bringt jeden dazu, hinzugucken und sich damit auseinanderzusetzen.”

Öffnungszeiten der Ausstellung

Eröffnet wird die Ausstellung „Stadt - Land - Mensch” im Kunst- und Kulturzentrum des Kreises, Austraße 9 in Monschau, am Samstag, 21. März, um 16 Uhr von Kreisdirektor Helmut Etschenberg. Prof. Bernd Mathieu, Chefredakteur dieser Zeitung, führt in die Ausstellung ein.

Zu sehen sind die Fotos von Andreas Weinand bis zum 10. Mai. Die Öffnungszeiten: dienstags bis freitags von 14 bis 17 Uhr, samstags und sonntags von 11 bis 17 Uhr.
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