Städteregion - Die bestmögliche Förderung für behinderte Kinder

Die bestmögliche Förderung für behinderte Kinder

Von: Udo Kals
Letzte Aktualisierung:
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Gemeinsamer Unterricht: Vor allem in den Grundschulen drücken viele behinderte Kinder zusammen mit nichtbehinderten die Schulbank. Foto: Imago/Stock

Städteregion. Die Hände in den Schoß legen, das will, wird und kann Norbert Greuel zwar nicht. Aber mit den Zahlen, die er in Sachen Gemeinsamer Unterricht vorlegen kann, ist der für die Förderschulen und die integrative Förderung in Stadt und Kreis Aachen zuständige Schulamtsdirektor schon zufrieden.

Während landesweit elf Prozent der behinderten Kinder eine Regelschule besuchen und mit nichtbehinderten Altersgenossen lernen, liege die Quote im Kreis Aachen bei 25 Prozent und in der Stadt Aachen bei knapp 20 Prozent. Das heißt aber auch, dass im Kreis noch 75 und in der Stadt Aachen knapp 80 Prozent der betroffenen Kinder in Förderschulen unterrichtet werden.

Und so betont Greuel denn auch: „Wir liegen zwar deutlich über dem Landesschnitt und sind auf einem guten Weg. Doch es gibt noch eine Menge zu tun.” Will heißen: „Wir bemühen uns, die Zahl der Plätze zu erhöhen.” Mit dieser Marschrichtung ist Greuel auf einer Linie mit der NRW-Behindertenbeauftragten Angelika Gemkow, die in dieser Woche einen Ausbau der integrativen Schulen forderte.

„Es ist wichtig, dass behinderte Kinder die beste Förderung erhalten”, sagte die Christdemokratin am Mittwoch. Viele Eltern suchten deshalb gezielt Förderschulen für ihr Kind aus. Andere Eltern klagen aber über die „Aussonderung” ihrer Kinder in Sonderschulen.

Diese Klagen kennt Greuel bestens. Etwa aus Aachen, wo eine Elterninitiative im vergangenen Jahr fehlende Angebote für integrative Lerngruppen bemängelt hat. „Am liebsten würden wir alle Elternwünsche erfüllen”, sagt der Schulrat. Doch das ist noch ein Wunsch. So gab es 2008 in Brand 24 Anmeldungen auf acht Plätze.

Und: „Ich schätze, dass wir schnell auf 50 Anmeldungen alleine in Aachen kommen”, sagt Greuel: „Der Bedarf ist riesig.” Denn: Während in rund 45 der 64 Grundschulen im Kreisgebiet fast 300 behinderte Schüler gemeinsam mit nichtbehinderten unterrichtet werden, rechnet Greuel bei derzeit rund 150 Schülern bald mit knapp 200. Die logische Folge: Die Grundschüler werden früher oder später auf weiterführende Schulen wechseln wollen - entweder im Rahmen des Gemeinsamen Unterrichts oder in integrativen Lerngruppen.

Während Greuel den Hauptschulen - elf von 13 im Kreisgebiet bieten Gemeinsamen Unterricht an - ausdrücklich Respekt für die dort geleistete Arbeit bei der Integration von Jugendlichen mit Migrationshintergrund und von Behinderten zollt, sagt er auch: „Es hindert niemand die weiterführenden Schulen daran, integrative Lerngruppen einzurichten.” Bei der ganzen Diskussion um die Vorteile des integrativen Unterrichts vergisst Greuel indes nicht, die Förderschulen zu loben: „Dort wird ganz hervorragende Arbeit geleistet.”

Unterschiede ab der fünften Klasse

Während in der Grundschule behinderte Kinder aller Förderschwerpunkte im Gemeinsamen Unterricht unterrichtet werden, wird ab der Klasse 5 in zwei Gruppen unterschieden.

Bei zielgleich zu fördernden Kindern, bei denen im Lernpensum keine Unterschiede zu den nichtbehinderten Schülern bestehen, kann der Gemeinsame Unterricht problemlos fortgesetzt werden.

In „integrativen Lerngruppen” werden behinderte Schüler zwar auch gemeinsam mit nichtbehinderten Schülern unterrichtet, wobei die lern- und geistig behinderten Kinder andere Lernziele verfolgen, die sich an denen der vergleichbaren Förderschulen orientieren.
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