Stolberg - Die Altstadt wird zur Kultur-Hochburg

Die Altstadt wird zur Kultur-Hochburg

Von: Dirk Müller und Heike Eisenmenger
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Wie zur Zeit der amerikanische
Wie zur Zeit der amerikanischen Siedler lenkte Horst Steffens seinen Planwagen durch Stolberg. Sein Weg vom Kaiserplatz in die Altstadt war trotz des Regenwetters von vielen Zuschauern gesäumt. Foto: H. Eisenmenger

Stolberg. Das Déjà-vu gab es schon am Morgen: Als am Sonntag zu früher Stunde der angekündigte Platzregen tatsächlich einsetzte, war endgültig klar, dass der vermeintliche Haupttag von „Stolberg goes...” samt seiner Parade bereits zum dritten Mal in Folge nicht auf der Sonnenseite stehen würde.

Dass die sechste Auflage des Kulturfestivals, das diesmal die USA in den Blickpunkt gerückt hatte, am Ende dennoch sehr gute Noten erhielt, hatte gleich mehrere Gründe: Die räumliche Begrenzung auf die Altstadt erwies sich als gelungener Zug, das Programm hielt, was Organisator Max Krieger versprochen hatte, und zumindest am Samstag war das Wetter so einladend, dass sich die Besucher in Scharen zu den verschiedenen Schauplätzen aufgemachten.

Countrymusik, Big-Band-Sound und vor allem reichlich New-Orleans-Jazz und Dixieland-Swing wohin das Ohr hörte, viele gut gelaunte Menschen, die sich im Sonnenschein vor einzigartiger Kulisse amüsierten: Geschichtsträchtiger als das historische „French Quarter” von New Orleans ist die Stolberger Altstadt allemal, und am Samstag hielt auch das Lebensgefühl der Wiege des Jazz an Burg und Alter Markt Einzug.

Die Konzentration auf die Altstadt tat dem Kulturfestival sichtlich gut, brachte eine Dichte mit sich, die Atmosphäre und Flair von „Stolberg goes USA” enorm begünstigte. Für auswärtige Gäste erstrahlte die durchgängig sehr belebte historische Perle der Kupferstadt äußerst attraktiv, und die einheimischen Besucher des Festivals erlebten quasi einen schönen Urlaubstag zu Hause.

Einen großen Anteil am Erfolg der diesjährigen Auflage hatte zweifelsohne die Musik. Auf fünf Bühnen unterhielten zahlreiche Formationen die Gäste mit vielfältigen und qualitativ hochwertigen Klängen, wobei es Max Krieger und seinem Team gelang, dass sich die Sounds der einzelnen Konzerte nicht überlappten, sondern die Live-Musik an den jeweiligen, mitunter nur wenige Meter voneinander entfernten Stationen „störungsfrei” genossen werden konnte.

Den oberen Burghof, wo der Country- und Westernclub „Copper City Pioneers” sein Lager samt echtem Indianer-Tipi aufgeschlagen hatte, beschallten der Musikzug der Freiwilligen Feuerwehr Stolberg und die „Midnight Rodeo Band”. Der Kulturverein „City Starlights”, die Tanzgruppe „Da Jolie”, die Formation „In Love with Musicals” und die Zumba-Gruppe des Helene-Weber-Hauses steuerten ebenfalls sehens- und hörenswerten Programmpunkte bei.

Eine Etage höher war der Rittersaal die Hochburg des Big-Band-Sounds: Wo am Sonntag die „Big Bandits” Jazz, Soul und Blues intonierten, konzertierte bereits am Samstagabend die hoch professionelle RWE-Big-Band. Zuvor hatten jedoch die Lokalmatadoren der „Crack Field Stompers” die räumliche Kapazität des Rittersaals auf die Probe gestellt: Beim Konzert der Big-Band des Ritzefeld-Gymnasiums herrschte fast Platznot aufgrund des großen Andrangs.

Der Weg zum Alter Markt führte über den unteren Burghof, auf dem ebenfalls ein abwechslungsreiches Programm zum Verweilen einlud - und zum Speisen, denn schmackhafte „Stolburger” erfreuten die Gaumen der Besucher. Allerdings nur bis 18.30 Uhr, denn zu diesem Zeitpunkt waren die „Burger” auf dem Burghof bereits ausverkauft - wohl auch ein Beleg für die große Resonanz. Ob Country mit Rob Griffith, Dixieland mit der „Imperial Jazzband” oder der stimmungsvolle Auftritt der „Hurricane Brassband”: Für niveauvolle musikalische Unterhaltung war auf dem unteren Burghof ebenso gesorgt wie am Alter Markt.

Die „Echoes of Nawlins” begeisterten zunächst das Publikum mit New-Orleans-Jazz, und am Abend folgte einer der vielen Höhepunkte des Kulturfestivals: der Auftritt der Band „The Dinosaur Truckers”. Die junge Formation überzeugte mit den Eigenkompositionen Marke „Speedfolk”. Country, Folk, Rockabilly, Punkrock und Rock wurden dynamisch und frisch, melodiös und innovativ von den „Truckers” voller Spielfreude in mitreißenden Arrangements dargeboten und vom Publikum gefeiert. Wer noch nicht genug hatte, feierte im „Piano” mit den „Tres Hombres” weiter und sang in der prall gefüllten Altstadtkneipe Hits von Chuck Berry, Eric Clapton oder „Deep Purple” lauthals mit.
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