Aachen - Der große Karl wird zum Musical-Star

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Der große Karl wird zum Musical-Star

Von: dd
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Aachen. Am Schluss standen die Zuhörer auf, um zu applaudieren. Klar, dass da eine Zugabe fällig war. Ausschnitte aus dem Musical „Karl der Große“ hatte sein Macher, der Aachener Komponist und Librettist Karl Frenzel auf die Katschhof-Bühne gebracht.

Profane Töne erklangen von der Bühne, auf der sonst der gläserne Altar steht, an dem in dieser Woche jeden Vormittag Pontifikalämter zelebriert und die Aachener Heiligtümer gezeigt werden.

Kurz, knapp, präzise, humorvoll und charmant und dennoch wohltuend zurückhaltend präsentierte Moderator Achim Kaiser die Musical-Ausschnitte, zehn – teilweise zu Herzen gehende – Lieder, die meisterlich von Nicole Malangré, Karim Khatwatmi (Karl der Große) und Dietmar Ziegler (Widukind und Einhard) interpretiert wurden. Großartig auch das, was das „Orchester“, eine sechsköpfige Band, ablieferte. Christian Klinkenberg und Daniel Koegel (Piano), Thomas Nordhausen (Gitarre), Manfred Hilger (Bass), Leo Brammertz (Saxophon, Klarinette und Flöte) und Stephan Klinkenberg (Schlagzeug) boten schon Außerordentliches. Und selbstverständlich darf die überragende Leistung des Aachener Chors capella a capella nicht vergessen werden.

Das Leben des großen Karls hat sich Karl Frenzel ausgesucht, um es musikalisch umzusetzen. Ganz im Stil von Andrew Lloyd Webber legt er seine Stücke an. Ob schmalzig, melancholisch oder auch rockig – der ein oder andere Song hat durchaus das Zeug zum Hit.

Aber bevor Karl seinen großen Auftritt hat, ergreift seine Mutter Berta (Nicole Malangré) das Wort. Sie ist die Kupplerin, sie zieht die Strippen, sie hat den späteren Staatenlenker und Kaiser fest im Griff. Frenzel greift dabei auf, dass sich Karl gegen sein Kaisertum wehrte, dann aber sein Gottesgnadentum beanspruchte. Selbstverständlich verwendet der Komponist nicht das Wort „Sachsenschlächter“. So ist denn im Duett mit dem Sachsenhäuptling Widukind immer von 5000 abgeschlagenen Köpfen die Rede. Die beiden Musical-Darsteller Karim Khatwatmi und Dietmar Ziegler lieferten eine Höchstleistung. Frenzel bot mit seinen Liedern, die auf Aachens schönstem Platz im absolut karlstüchtigen Ambiente vorgetragen wurden, beste Unterhaltung.

Mit der Historie nahm er es nicht so genau, „ein wenig Fantasie durfte ich mir leisten“, sagte der hauptberuflich in Aachen als Allgemeinmediziner Tätige im Gespräch mit Moderator Achim Kaiser.

Seit 1999 verfolgt Frenzel die Idee, ein Musical auf die Bühne zu bringen Er hofft, dass er 2016 mit Hilfe von Sponsoren das fertige Werk in Aachen präsentieren kann. Den Schluss des Abends gestalteten die Bühnenkünstler pathetisch: „Karl der Große, wir danken dir, dass du durch und durch Mensch bist“, hallte es über den Platz. Rund 2000 Zuhörer dankten es mit tosendem Applaus.

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