Demografie-Forum: Den Wandel gestalten, statt ihn zu erleiden

Von: Jan Mönch
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Der Wille ist da: Beim Demogra
Der Wille ist da: Beim Demografie-Forum freute sich Moderator Bernd Mathieu (r.) über den beachtlichen Andrang. Foto: Ralf Roeger

Aachen. Vor allen Dingen muss ein Sinneswandel einsetzen. Her muss eine grundlegende Veränderung des gemeinsamen Denkens. Wollte man den Tenor im Haus der Städteregion auf zwei Sätze herunterbrechen, so oder so ähnlich könnten sie lauten.

Konkreter? Arbeitgeber müssen ihre Attraktivität erhöhen, Akteure brauchen eine stärkere Vernetzung. Und was spräche dagegen, wenn Entscheidungsvorlagen für die Politik von den Verwaltungen auf die Rolle hin geprüft würden, die diese für den demografischen Wandel spielen?

Möglichst auch konkrete Ergebnisse hatten Moderator Bernd Mathieu, Chefredakteur unserer Zeitung, sowie Günter Schabram, Dezernent für Soziales und Gesundheit, sich vom Demografie-Forum versprochen, zu dem die Städteregion eingeladen hatte. In erster Linie Vertreter aus Politik und Verwaltungen, Institutionen und Bildungswesen hatten sich angemeldet. Die Zielsetzung laut Schabram: „Wir wollen den demografischen Wandel nicht erleiden, sondern aktiv gestalten.”

Die Hintergründe sind bekannt. Deutschlands Einwohnerzahl sinkt jährlich um 200.000, das Durchschnittsalter liegt schon heute bei 44,2 Jahren, die Geburtenquote ist eine der niedrigsten in Europa. Dabei werden die Kommunen der Städteregion mittelfristig nicht gleichermaßen von dem Phänomen betroffen sein: Während Alsdorf, Eschweiler, Monschau, Simmerath und Stolberg schrumpfen werden, ist für Aachen, Baesweiler, Herzogenrath, Roetgen und Würselen ein Wachstum prognostiziert. Dennoch: Laut Zahlen der Stabsstelle Kultur, empirische Forschung und Gleichstellung wird die Zahl der unter 20-Jährigen in der Städteregion sich bis 2030 um 12.200 verringern, die der über 64-Jährigen um 43.700 erhöhen.

Die Fakten können Angst und Bange machen. Besser ist, sie als Anlass zum Handeln zu erkennen. In fünf Arbeitskreisen diskutierten die 170 Teilnehmer des Forums sehr rege und mit Zuversicht darüber, wie der demografische Wandel sich „gestalten statt erleiden” lässt. Was jeder der Arbeitskreise monierte: Bereits heute passiert viel, bloß bekommt längst nicht jeder etwas davon mit. Es hapert an der Kommunikation.

Das will die Städteregion nun ändern, indem sie das Zusammenspiel der Kommunen und den Informationsfluss künftig koordinieren will, sagte Stabsstellenleiterin Dr. Nina Mika-Helfmeier, die mit ihren Mitarbeiterinnen Jessica Lerche, Antje Rüter und Dr. Gabriele Veldkamp ein umfassendes Demografie-Kompendium für die Städteregion erstellt hat.

Die Konflikte, die sich zwischen den Generationen zu entwickeln drohen, fassten Schauspieler des Theater K in einem Gastbeitrag zusammen. Von Altersarmut war da die Rede und von Zukunftsangst. Gezeigt wurden Junge, die fürchten, nur noch für die Alten zu schuften, und Alte, die die um ihre hart verdiente Rente bangen.

Das Demografie-Forum soll nun einmal jährlich stattfinden, zudem ist an eine Generationen-Börse gedacht. Und vielleicht müssen die Akteure zuallererst von dieser Fragestellung ausgehen: Wie schafft man ein Miteinander der Generationen?
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