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Dalli erobert Spanien von Sant Adrià aus

Von: Jürgen Lange
Letzte Aktualisierung:
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Hochmodernes Werk mit 60 qualifizierten Mitarbeitern: Dalli wird die Bleiche-Herstellung am neuen Standort Sant Adrià mit einer Produktionslinie für Wäschepflegeprodukte ergänzen. Foto: Henkel

Stolberg. Dalli löst die Handbremse und legt einen Gang zu. Das Stolberger Traditionsunternehmen hat das Bleichewerk im spanischen Sant Adrià nahe Barcelona von der zur Henkel Gruppe gehörenden Henkel Ibérica S.A. übernommen.

Damit hat die Dalli-Gruppe einen weiteren Schritt auf dem Weg der strategischen Europäisierung genommen. „Das ist ein hoch modernes Werk mit hervorragend qualifiziertem Personal”, freut sich der geschäftsführende Gesellschafter Dr. Hermann Wirtz über die Neuerwerbung, mit der das Unternehmen erstmals in Südeuropa ein eigenes Standbein erhält.

Das Werk wurde 1981 erbaut und befand sich bis auf die Anfangsjahre im Besitz von Henkel. „Wir optimieren unsere Produktionsstruktur in Europa”, erklärte in Düsseldorf Henkel-Sprecher Wulf Klüppelholz. In Spanien werde der Konzern Aktivitäten und Produktion auf die Standorte Sevilla und Montorns konzentrieren.

In diesem fast vollautomatisierten Werk Sant Adrià sind heute rund 60 Mitarbeiter beschäftigt, die von Dalli übernommen werden. „Wir werden dort unseren Personalbestand sukzessive ausbauen”, kündigt Wolfgang Prigge, Vorsitzender des Beirates an. Denn bislang konzentrierte sich die Produktion ausschließlich auf Bleicheprodukte, mit denen Henkel u.a. mit den Marken „Conejo” und „Neutrex” den einheimischen Markt versorgte.

Bei rund 100.000 Tonnen rangiert die Jahresproduktion. Bleiche gilt als typisches südeuropäisches Produkt, mit dem bei Wäsche und Reinigung angesichts der hohen Temperaturen auch desinfiziert wird. Aus diesem Werk wird beinahe jeder Spanier durchschnittlich einmal im Jahr über den Handel mit einem Bleicheprodukt versorgt.

Mit der Übernahme des Standortes Sant Adrià erweitert Dalli nun sein Portfolio um das Produkt Bleiche, mit dem weiterhin der originäre Markt beliefert wird.

Aber Sant Adrià bietet den Stolbergern darüber hinaus ausgezeichnete Perspektiven. „Wir werden das Werk mit einer getrennten zweiten Produktionslinie ausstatten”, kündigt Prigge an, um die Produktion von Wäschepflegeprodukte - vom Waschmittel bis zum Feinspüler - aufzunehmen auf einem expandierenden Markt.

„Mit dem Schritt nach Südeuropa folgen wir unseren deutschen Kunden, sie sich ebenfalls verstärkt in dieser Region engagieren”, sagt Dr. Wirtz. Die Kunden von Dalli sind in erster Linie die großen deutschen Handelsketten, die zunehmend auf die Einhaltung der Öko- bzw. CO2-Bilanz durch ihre Lieferanten achten.

Dabei gerät neben Rohstoffen, Fertigung und Verpackung der Transport zunehmend in den Focus. „Bisher karren wir mit Lastwagen die Produkte in den Süden”, erklärt Wolfgang Prigge, was bei niedrigpreisigen Produkten mit hohem Gewichtsanteil zunehmend kostenintensiv und ungünstig für die CO2-Bilanz ist.

„Da wir in Südeuropa bislang nicht über eine Produktionsstätte zur Herstellung dieser Produkte verfügen, wird Dalli diese Option kurzfristig nutzen”, verweist Dr. Wirtz auf die verkehrsgünstige Lage in einer zentralen Region im Süden Europas. Den möchten die Stolberger zunehmend mit ihren Produkten via Handelsketten erobern. „Da macht es keinen Sinn, sie über tausende Kilometer durch Europa zu transportieren”.

Die Standortentscheidung passt auch in die strategische Ausrichtung der Gruppe mit bislang fünf Standorten in Deutschland und den Niederlanden. „Wir fahren mit angezogener Handbremse”, ist Dalli laut Prigge an seinen Kapazitätsgrenzen angekommen. Deshalb werde der Schritt nach Spanien auch keine negative Konsequenzen in den Stammwerken haben.

Mit dem Erwerb von Sant Adrià ist der Expansionsdurst der Stolberger auch noch nicht gestillt. „Wir werden weitere Möglichkeiten suchen, unsere Kunden auf ihrem Weg ins Ausland zu begleiten”, so der Vorsitzende des Beirats, um dort, wo ausreichende Margen nachgefragt sind, mit einer eigenen Produktion präsent zu sein. Dabei sollen die breit aufgestellten, bestehenden Fertigungsstrecken gezielt mit regional relevanten Produktlinien vor Ort ergänzt werden.

„Zudem vertreten wir die Auffassung, dass die exzellente Qualität der dalli-Produkte nur gewährleistet werden kann, wenn wir vor Ort in eigenen Werken produzieren, die dem Qualitätsstandard des von Henkel übernommenen Werkes entsprechen”, unterstreicht Dr. Hermann Wirtz: „Wir heißen unsere neuen Mitarbeiter herzlich willkommen und gehen mit großer Freude an die Weiterentwicklung des Standortes Sant Adrià”.
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