Computer-Panne: Städteregion kommt „mit einem blauen Auge” davon

Von: Udo Kals
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Ein Teil der Ausbeute: Rund 80
Ein Teil der Ausbeute: Rund 80 virenverseuchte Rechner wurden am Wochenende außer Betrieb genommen. Foto: Harald Krömer

Aachen. Die Arbeit eines ganz langen Wochenendes ist für Heino Reinartz förmlich greifbar. Denn inzwischen sind rund 80 Computer im alten Sitzungssaal im Haus der Städteregion in einer langen Reihe aufeinandergestapelt - vorübergehend von ihm und seinem Team außer Dienst gesetzt, weil Viren die Datenmaschinen verseucht haben.

Seit Freitagmittag ist der Leiter der Kommunikationstechnik der Städteregion mit einer rund 20-köpfigen Mannschaft den Viren, die die Behörde in Teilen lahmgelegt hatten, fast ununterbrochen auf der Spur.

Rund 850 Arbeitsplätze wurden einzeln überprüft, rund zehn Prozent der Rechner müssen, so das Ergebnis, komplett neu aufgebaut werden. Zwar ruckelt es noch ein wenig, aber der Betrieb läuft seit Montag wieder.

„Seit Donnerstagabend wussten wir um eine Gefährdungslage, am Freitag mussten wir schließlich früher als geplant die zentralen Server um 11.30 Uhr runterfahren”, erzählt Reinartz, der das Krisenmanagement, die Arbeit seiner Mannschaft und die Zusammenarbeit mit dem Dienstleister Regio IT lobt. „Das war ein guter Umgang mit dieser Notsituation.”

Wie sich der Virus ins System geschlichen hat, ist indes noch immer nicht klar - und wird wohl auch immer ein Geheimnis der digitalen Welten bleiben. „Da unser vorrangiges Ziel ist, die Arbeitsfähigkeit der Rechner so schnell wie möglich wiederherzustellen, vernichten wir nun auch Spuren”, meint Reinartz. Aber die Wege, so sagt er, seien vielfältig.

So könnte der Virus per E-Mail-Anhang oder bei einer Datenübertragung per USB-Stick in das System geraten sein. Schließlich nehme es im Alltag nicht jeder Mitarbeiter mit den bereits bestehenden Dienstvorschriften nicht so genau. So sehen diese unter anderem einen Virenscan für exterene Datenträger wie USB-Sticks vor, bevor davon daten übertragen werden.

„Wir müssen nun jeden einzelnen Mitarbeiter nochmals sensibilisieren”, meint Reinartz, der bislang nicht von einem gezielten Hacker-Angriff ausgeht. „Die Viren sind weder gezielt noch vorsätzlich in das System geraten”, meint er und ist froh, „dass wir mit einem blauen Auge” davon gekommen sind. „Wir gehen nicht davon aus, dass es einen Datenklau gegeben hat oder das Daten missbraucht werden können”, betont Reinartz.

Dennoch gibt es für ihn reichlich Handlungsbedarf: „Bisher haben wir gedacht, dass wir gut abgesichert sind.” Dass dem nicht so ist, haben die vergangenen Tage gezeigt. „Jetzt müssen wir bei den Sicherheitsstandards nachlegen.” Auch wenn Sicherheit Geld kostet, sieht Reinartz dabei Behördenleitung und Politik mit im Boot.
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