Bildungszugabe entwickelt sich zum Renner

Von: Jutta Geese
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Städteregion Aachen. Mit einem solchen Ansturm hat Hans-Josef Heinen nicht gerechnet. Innerhalb von nur sieben Wochen sind bei ihm mehr als 550 Anträge von Kindergärten, Schulen und Jugendgruppen auf eine „Bildungszugabe” eingegangen.

So heißt ein Förderprogramm, das die Städteregion zu Beginn des laufenden Schuljahrs aufgelegt hat, um möglichst vielen Kindern und Jugendlichen den Zugang zu kulturellen Angeboten zu ermöglichen. Als „Renner” erweist sich dabei das Angebot des Aachener DasDa-Theaters: Bis zum Freitag ist das aktuelle Kindertheaterstück „Der Tag, an dem Annabel zu zaubern anfing” mehr als 90 Mal gebucht worden, für das nachste Stück („Der kleine Ritter Trenk”) liegen bereits über 80 Buchungen vor.

Positive Rückmeldungen

Rund 400 Anträge hat Heinen mittlerweile bewilligt - und damit für insgesamt etwa 12 000 Kinder und Jugendliche „grünes Licht” zur Teilnahme an einer besonderen außerschulischen Veranstaltung gegeben. „Ich bin jetzt dabei, die Anträge zu bearbeiten, die seit Anfang Oktober eingegangen sind”, sagt Heinen, der als Koordinator für das Förderprogramm nicht nur für die Bewilligung zuständig ist, sondern den Kitas und Schulen bei Bedarf auch bei der organisatorischen Umsetzung hilft. Etwa wenn es gilt zu klären, wie die Kinder von der Schule zum Theater, in eines der beteiligten Museen oder zum Erlebnisbauernhof kommen.

Vor allem Schulen stürzen sich auf die „Bildungszugabe”: 242 der bewilligten Anträge kamen aus diesem Bereich, vor allem aus Grund-, Förder- und Hauptschulen. Besonders gefragt sind bei ihnen neben dem DasDa-Theater die Angebote von Alemannia Aachen, dem Aachener Stadttheater, der Bleiberger Fabrik sowie Naturführungen der Herzogenrather Biologin Uta Splettstößer. Aber auch die verschiedenen naturwissenschaftlichen Angebote werden gut angenommen, sagt Heinen.

Nicht nur die enorme Nachfrage in so kurzer Zeit wertet Heinen als Erfolg der „Bildungszugabe”. Auch die Rückmeldungen der Schulklassen und Kita-Gruppen sind durchweg positiv. „Wir sind ja noch in der Pilotphase und bitten deshalb alle Gruppen um eine kurze Bewertung der Angebote und Hinweise dazu, was besser gemacht werden könnte”, erläutert er. „Aber bisher haben wir nur begeisterte Reaktionen erhalten.” So schrieb eine Lehrerin, die mit ihren Schülern den Erlebnis-Biobauernhof Klatschmohn besucht hat: „Die Kinder hatten einen wunderbaren Morgen und fuhren glücklich nach Hause.” Andere meldeten kurz und knapp: „Alles super, wir bedanken uns.”

Ziel wird erreicht

Das Ziel der Städteregionspolitiker, mit der „Bildungszugabe” möglichst viele Kinder zu erreichen, die ansonsten nie oder nur selten ins Museum oder ins Theater gehen können, scheint auch erreicht zu werden. Eine systematische Auswertung ist zwar bislang noch nicht erfolgt. Aber aus vielen Gesprächen und auch aus den Mails, die er bekommt, hat Heinen den Eindruck gewonnen, dass das Angebot tatsächlich vor allem diesen Kindern zugute kommt. „Schon in den Anträgen weisen viele Lehrer und Erzieherinnen darauf hin, dass viele ihrer Kinder aus einkommensschwachen Familien kommen und ihre Schule oder ihre Kita nicht das Geld hat, um besondere Veranstaltungen selbst zu initiieren”, berichtet Heinen. „Und viele hoffen, dass die Städteregion auch in den kommenden Jahren Geld für die Bildungszugabe aufbringen kann.”

Für dieses und auch für das kommende Jahr sei jedenfalls genug Geld im Fördertopf, meint er und weist darauf hin, dass schon jetzt Anträge für die ersten beiden Quartale 2012 gestellt werden können. Ein paar neue Angebote werden dann wohl dazukommen. „Camp Vogelsang beispielsweise wird von einigen Gruppen vorgeschlagen, der Grube-Adolf-Park in Merkstein oder das Discovery Center Continium in Kerkrade”, sagt Heinen. Darüber werde bald entschieden.

Vertrag mit Alemannia Aachen ist unterschrieben

Die Kooperationsvereinbarung zwischen der Städteregion und Alemannia Aachen zur Bildungszugabe ist unter Dach und Fach. Gregor Jansen, Bildungsdezernent der Städteregion, und Alemannia-Geschäftsführer Frithjof Kraemer haben den Vertrag mit einer Laufzeit von zehn Jahren jetzt unterzeichnet. Die Alemannia stellt jährlich 500 Stunden ihr Nachwuchsleistungszentrum für Kitas, Schulen und Jugendgruppen zur Verfügung.

Ziel ist, eine qualifizierte Sport-, Bewegungs- und Gesundheitserziehung aufzubauen. Dabei geht es auch um Themen wie richtige Ernährung, „Fair play im Sport” oder „Keine Gewalt auf Fußballplätzen”.

Die Bildungsabgabe

Jeweils 225.000 Euro stellt die Städteregion in diesem und im kommenden Jahr für die „Bildungszugabe” zur Verfügung. Bislang umfasst der Katalog, aus dem die Kindergärten und Schulen das für sie Passende auswählen können, rund 50 Angebote.

Die Antragstellung ist unkompliziert. Es genügt, ein einseitiges Formblatt auszufüllen. Zu finden ist dieses - ebenso wie der komplette Angebotskatalog - im Internet.

Hans-Josef Heinen, Koordinator für die Bildungszugabe, ist unter Tel. 0241/5198-3408 zu erreichen.

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