Städteregion - „Betongold“ besitzt weiter einen attraktiven Glanz

„Betongold“ besitzt weiter einen attraktiven Glanz

Von: Berthold Strauch
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Neue Heimat auch für viele Bürger aus Aachen: Das Baugebiet Kapellenfeldchen in Würselen, direkt in Sichtweite des Krankenhauses Marienhöhe, ist dermaßen beliebt, dass nur wenige Parzellen noch nicht vergeben sind. Foto: Berthold Strauch

Städteregion. „Rundum zufrieden“ zeigte sich am Donnerstag die Immobiliengesellschaft der Sparkasse Aachen, S-Immo, mit dem Ergebnis des vergangenen Geschäftsjahres. Und das, so die beiden Geschäftsführer Norbert Laufs und Franz Jansen bei der Vorlage der Zahlen am Unternehmenssitz in Würselen, obschon im Vergleich mit 2012 spürbare Rückgänge zu verzeichnen seien.

Wurden im Jahre 2012 noch 451 Immobilien und 150 Grundstücke vermittelt beziehungsweise verkauft, sanken die beiden Kenngrößen im vergangenen Jahr. So wurden lediglich noch 447 Gebäude an den neuen Eigentümer überschrieben und 110 Bauflächen vermarktet, in der Summe ein Minus von 7,3 Prozent. Das Kaufpreisvolumen bei den vermittelten Objekten reduzierte sich von 107,3 Millionen in 2012 auf 99,6 Millionen Euro in 2013, bei den Grundstücken von 15 Millionen auf 10,2 Millionen Euro, insgesamt ein Minus von 10,2 Prozent. Dennoch seien „die Planzahlen in vollem Umfang erreicht“ worden.

Neben Sondereffekten im Vorjahr führt die S-Immo den Rückgang auch darauf zurück, dass insbesondere attraktive Mehrfamilienhäuser als Anlageobjekte „Mangelware“ geworden seien. Dies zeige sich auch an der Preisentwicklung. In guten Aachener Wohnlagen werde bereits das 20- bis 24-fache der Jahresmiete als Kaufpreis verlangt – eine Steigerung um 30 bis 40 Prozent gegenüber dem Niveau von vor fünf Jahren. Trotzdem wollte Jansen nicht von einer „Immobilienblase“ sprechen.

Spürbar geklettert seien auch die Preise für eigengenutzte Immobilien – „in Höhen, die vor ein paar Jahren noch nicht denkbar waren“, so Geschäftsführer Jansen weiter. Klar mache sich dabei die Nähe zum Oberzentrum besonders bemerkbar. Je weiter weg von Aachen Häuser vermarktet werden, würden diese günstiger und damit interessant für Zuzügler, während sich Einheimische mehr zurückhielten. Mit diesem positiven Effekt gehe indes eine Änderung der sozialen Strukturen in den Dörfern einher, wo nicht mehr so stark wie früher über Generationen die gleichen Familien wohnten.

Wer selber „Betongold“ besitzen und bauen möchte, für den hält die S-Immo derzeit noch rund 270 Grundstücke bereit – und die Nachfrage sei „ungebrochen“, so Jansen. Während im Kapellenfeldchen in Würselen 290 Euro pro Quadratmeter fällig seien, würden in Roetgen 150 und im Monschauer Stadtteil Höfen gar nur 45 Euro verlangt, machte Jansen die Preisspanne deutlich. Die S-Immo entwickelt derzeit Neubaugebiete gemeinsam mit den Kommunen der Region.

„Mit Sorge“ beobachtet er Vertriebspraktiken, wonach schlüsselfertige Häuser angepriesen würden, wobei angesichts des niedrigen Zinsniveaus damit geworben werde, dass die potenziellen Bauherren keinerlei Eigenkapital aufzubringen brauchten. „Das geht in den meisten Fällen schief“, formulierte Jansen seine „ganz großen Bedenken“ wegen solcher Praktiken. Die Sparkasse als Mutter der S-Immo sei da „rigoros“ und wolle „nicht Geschäfte um jeden Preis machen, sondern nur, was verantwortbar ist“. Sparkassenvorstandsmitglied Laufs riet angesichts des derzeit günstigen Zinsniveaus zu höheren Tilgungsleistungen.

Sehr zufrieden ist die S-Immo auch mit ihrem neuen Geschäftsfeld, der Haus- und Grundstücksverwaltung, einer Serviceleistung für Eigentümer. Immobilien seien „die Mutter aller Bankgeschäfte“, machte Jansen klar, dass sich darum sämtliche Geschäfte vom Sparen bis zur Finanzierung rankten.

Eine Warteliste gebe es derzeit mit vielen 50- bis 60-Jährigen, die eine Eigentumswohnung in Aachen suchten und dafür ihr Einfamilienhaus im Grünen aufgeben wollten. Jansen plädierte zudem für neue steuerliche Fördermaßnahmen für Bauen im Bestand, etwa Anreize zur energetischen Sanierung.

Neu in die Geschäftsführung der S-Immo rückt zum 1. April Dietmar Röhrig, der bislang bei der Stadt Eschweiler tätig ist.

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