Axel Wirtz tritt ab: „Die Jüngeren sind jetzt bei der CDU am Zuge“

Von: Michael Grobusch
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Axel Wirtz will noch bis 2025 Kommunalpolitik in der Städteregion machen. Für den Vorsitz des Kreisverbandes Aachen-Land steht er nach 18 Jahren allerdings nicht mehr zur Verfügung. Foto: Michael Grobusch

Städteregion. Am Freitagabend ist nach knapp 18 Jahren Schluss: Wenn in der Realschule Patternhof in Eschweiler die Delegierten zum Parteitag des CDU-Kreisverbandes Aachen-Land zusammenkommen, wird sich der Vorsitzende Axel Wirtz nicht mehr zur Wiederwahl stellen.

Im Gespräch mit Michael Grobusch bezieht der 60-jährige Stolberger Stellung zu dieser Entscheidung, seinen möglichen Nachfolgern, den jüngsten Misserfolgen bei Wahlen und zu den Zukunftsaufgaben seiner Partei.

Der Volksmund sagt: Man soll aufhören, wenn es am schönsten ist. Haben Sie diesen Zeitpunkt verpasst?

Wirtz: Nein, das sehe ich nicht so. Sicherlich hatte ich gehofft, noch eine weitere Legislaturperiode dem Landtag anzugehören. Aber Politik ist ein Amt auf Zeit, und irgendwann ist die Zeit eben abgelaufen.

Trifft Sie das persönlich?

Wirtz: Für mich schließt sich der Kreis landespolitisch jetzt fünf Jahre früher als geplant. Ich habe immer gesagt, dass ich mit der Politik dort aufhören möchte, wo ich 1984 begonnen habe: auf der kommunalen Ebene. Als Stellvertreter unserer Städteregionstagsfraktion kann ich meine langjährige Erfahrung gut einbringen und die Politik auf dieser Ebene aktiv mitgestalten. Darauf wird mein Fokus liegen, möglichst bis 2025.

Sie werden als ein potenzieller Nachfolger von Helmut Etschenberg gehandelt.

Wirtz: Helmut Etschenberg ist als Städteregionsrat bis 2020 gewählt worden. Deshalb ist das kein Thema für mich.

Mit Jochen Emonds aus Stolberg und Hendrik Schmitz aus Baesweiler bewerben sich zwei Kandidaten für Ihre Nachfolge. Ist das ein gutes oder eher ein schlechtes Zeichen?

Wirtz: Ich werte das als ein sehr gutes Zeichen. Wir haben zwei fähige und engagierte Bewerber, die sich ohne Empfehlung des Vorstandes zur Wahl stellen werden. Beide haben zugesichert, dass sie, falls sie nicht gewählt werden sollten, dem neuen Kreisvorstand als stellvertretender Vorsitzender angehören werden. Das ist doch ein deutlicher Beleg dafür, dass es keine Auseinandersetzungen gibt. Für alle weiteren Ämter haben sich die neun Stadt- und Gemeindeverbände jeweils auf einen Kandidaten verständigt. Auch das zeigt, dass die Zusammenarbeit gut funktioniert.

Dokumentieren Ihre potenziellen Nachfolger mit der Kandidatur auch ihren Anspruch für die nächste Landtagswahl im Jahr 2022?

Wirtz: Das eine hat mit dem anderen nichts zu tun. Beide blicken über den Tellerrand des eigenen Stadtverbandes hinaus. Das ist gut so. Denn nur wenn es Verbindungen zwischen den unterschiedlichen politischen Ebenen gibt, können wir erfolgreich sein. Beide Kandidaten stehen zudem dafür, dass der Generationswechsel in der CDU beginnt. Es wird Aufgabe der neuen Generation sein, die inhaltlichen Schwerpunkte für die kommenden Jahre festzulegen und die personellen Weichen für die Kommunalwahlen 2020 zu stellen. Klar ist aber schon jetzt, dass wir als CDU die führende kommunale Kraft in der Städteregion bleiben wollen.

Zumindest bei den Inhalten werden Sie doch sicherlich auch weiterhin ein Wörtchen mitreden.

Wirtz: Die Partei ist die Mutter allen Tuns. Sie bestimmt das Programm, das die Fraktion dann aufnimmt. Aber natürlich sind Partei und Fraktion fortlaufend im Gespräch.

Wo würden Sie denn Schwerpunkte in den nächsten Jahren setzen?

Wirtz: Auf dem bevorstehenden Strukturwandel, in Kombination mit Umweltthemen. Klimaschutz ist ein zutiefst konservativer Gedanke. Dazu gehört in der Städteregion beispielsweise die weitere Verästelung und die Elektrifizierung der Euregiobahn sowie der Ausbau des touristischen Radwegenetzes. Beim Strukturwandel sehe ich ein interkommunales Gewerbegebiet Merzbrück als zukünftiges Kraftdreieck in der Region. Hinzu kommt das Industriedrehkreuz Weisweiler mit dem Railport Stolberg.

Dort bietet sich die Chance, viele neue Arbeitsplätze zu schaffen und damit die Verluste, die durch den Fortfall des Bergbaus bedingt sein werden, zu kompensieren. Gleiches gilt auch für den weiteren Ausbau der Elektromobilität. Hier könnte ich mir vorstellen, dass wir auch im Flugzeugbau unseren Blick auf E-Mobilität richten. Mit Professor Günther Schuh gibt es auf diesem Feld einen absoluten Glücksfall für die Region.

Mit welchem Gefühl blicken Sie auf Ihren bevorstehenden Abschied als Kreisvorsitzender?

Wirtz: In erster Linie mit einem Gefühl der Zufriedenheit sowie der großer Dankbarkeit für die breite Unterstützung, die ich erfahren habe. Natürlich wird das ein besonderer Augenblick sein, wenn ich nach 18 Jahren abtrete. Aber jetzt sind die Jüngeren bei der CDU am Zuge.

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