Augenblicke werden zu wertvoller Zeit für die Kinder

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Den Augenblick genießen: Eltern müssen nicht immer mehr Zeit mit ihren Kindern verbringen, aber die Zeit intensiv nutzen. Foto: Kzenon-Fotolia

Städteregion. Unter dem Titel „AugenBlick mal!“ haben die Jugendämter in der Städteregion jetzt Multiplikatoren aus der pädagogischen Arbeit im Vorschul- und Grundschulbereich eingeladen. Im Mittelpunkt stand eine Aktion des Netzwerkes zur Stärkung und Förderung des Kinder- und Jugendschutzes. Dabei geht es vor allem um die Frage, wie Eltern mit ihren Kindern gezielt und intensiv Zeit verbringen.

Rund 100 Gäste waren dazu ins Haus der Städteregion gekommen, wo sie von Markus Terodde, Dezernent für regionale Entwicklung, Bildung, Jugend und Kultur der Städteregion, begrüßt wurden. Der Aachener Journalist Ralf Raspe führte als Moderator durch den Nachmittag.

Im vergangenen Jahr wurde mit zahlreichen Maßnahmen zum Thema „Im Blick – Zivilcourage stärken“ in der Öffentlichkeit ein Bewusstsein dafür geschaffen, wie wichtig Hinsehen und Hinhören für den aktiven Schutz von Heranwachsenden ist. Jetzt wollen die Jugendämter mit der Aktion „AugenBlick mal!“ den Fokus auf die Familien richten und deutlich machen, wie wichtig die gemeinsam verbrachte Zeit von Eltern mit ihren Kindern ist und dass dadurch vorbeugender Kinder- und Jugendschutz bereits im häuslichen Umfeld gefördert werden kann.

Dies wurde im Vortrag zum Konzept der Feinfühligkeit in der Eltern-Kind-Beziehung von Robert Wagner vom Kinder-, Jugend- und Familienhaus St. Josef in Eschweiler deutlich. Er zeigte auf, wie sehr Zuwendung das Vertrauen der Kinder in ihre Bezugspersonen stärken und welche gesundheitlichen und entwicklungspsychologischen Vorteile für Kinder bis ins Jugend- und Erwachsenenalter hinein daraus resultieren.

Den Jugendämtern in der Städteregion ist es besonders wichtig, dass Eltern nicht immer mehr Zeit mit ihren Kindern verbringen müssen. Denn das geht oftmals an der beruflichen und familiären Realität vieler Familien und Alleinerziehender vorbei. Umso wichtiger ist es, den Augenblick zu einer wertvollen Zeit werden zu lassen, indem die wenige Zeit intensiv miteinander verbracht wird. Genau darin sehen die Fachleute den ersten und wichtigsten Grundstein für den vorbeugenden Kinder- und Jugendschutz.

Dies war auch Tenor der Podiumsdiskussion mit Vertretern der Jugendämter, Franz-Josef Schmitz von der Aachener Polizei, Bernd Reiners von der Aachener Beratungsstelle des Deutschen Kinderschutzbundes und Marianne Kaufmann vom Stolberger Helene-Weber-Haus. Mehrfach verwiesen sie auf den präventiven Charakter der Aktion, die Kinder und Jugendliche unter anderem auch vor dem Abgleiten in die Kriminalität schützen kann. Angelika Degen, Sprecherin der Jugendämter im Netzwerk, warb dafür, in den jeweiligen Einrichtungen Eltern auf die Angebote der Jugendämter aufmerksam zu machen.

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