Würselen - Aufatmen nach Ende des Streiks am Medizinischen Zentrum

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Aufatmen nach Ende des Streiks am Medizinischen Zentrum

Von: Udo Kals
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Ausgestreikt: Ärzte können die Trillerpfeifen einpacken. Foto: ddp

Würselen. Kurios: Zwar hatten sich Klinikärzte und Arbeitgeber am frühen Mittwochmorgen in Offenbach auf einen Tarifkompromiss geeinigt, doch gestreikt wurde am Medizinischen Zentrum der Städteregion (MZ) in Würselen am Mittwoch trotzdem.

Warum? „Die Zeit war einfach zu knapp, um den Streik abzublasen. Der OP-Plan wird am Tag vorher aufgestellt, das konnten wir nicht mehr umorganisieren. Es war alles auf Notfallversorgung eingestellt”, erklärt Dr. Christian Köhne, der als MZ-Arzt und Regionalvorsitzender des Marburger Bundes froh über die Einigung ist: „Nun können wir uns wieder auf das konzentrieren, was uns am wichtigsten ist: Patienten zu helfen.”

Besonders positiv sei an dem „ausgewogenen Kompromiss”, dass es bei den Nachtdiensten der Ärzte zu deutlichen Verbesserungen gekommen sei, sagt Köhne, der den Abschluss als „Schritt in die richtige Richtung” sieht.

Insgesamt gibt es für die rund 200 Ärzte am Krankenhaus in Würselen zwei Prozent mehr Gehalt - rückwirkend vom 1. Mai und für eine Laufzeit von 16 Monaten. Darüber hinaus soll es eine Einmalzahlung von 400 Euro sowie rückwirkend vom 1. Januar 2010 an Zuschläge für Bereitschafts- und Schichtdienste von 15 Prozent geben.

Wie sich dies auf den Etat auswirkt, kann MZ-Geschäftsführer Falko Rapp noch nicht beziffern: „Das müssen wir jetzt durchrechnen.” Wichtig sei, dass der Arbeitskampf schnell beendet worden sei - im Gegensatz zum Streik im Jahr 2006. Diesmal sei die Ärztegewerkschaft mit Augenmaß vorgegangen. Rapp: „Da wir das einzige kommunale Haus in der Städteregion sind, hätte uns ein langer Streik besonders geschadet.”

Jetzt kommen auf Rapp ganz neue Zeiten zu. „Ich weiß gar nicht mehr, wie das so ohne Streik ist”, meint er augenzwinkernd, nachdem die Arbeitskämpfe im öffentlichen Dienst, bei der Servicegesellschaft und nun bei den Ärzten beigelegt sind. Aber Rapp betont auch: „Der Tarifkompromiss hat eine sehr kurze Laufzeit.” Will heißen: Der nächste Streik kommt bestimmt.
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