Städteregion - Auf dem dritten Weg einen Job finden

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Auf dem dritten Weg einen Job finden

Von: Anja Klingbeil
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Heute gibt es Rindergulasch mit Rotwein-Sauce: Thomas von Dungen (l.) zeigt Sebastian Vossen, welche Zutaten ins Essen gehören. Foto: A. Klingbeil

Städteregion. Der gerade Weg ist nicht immer der, der zum Ziel führt. So war es etwa bei Sebastian Vossen. Nach seinem Hauptschulabschluss wollte der 20-Jährige eigentlich direkt in die Ausbildung gehen, eine Lehre beginnen.

„Aber mit nur einem Hauptschulabschluss ist es eben gar nicht so einfach, überhaupt einen Ausbildungsplatz zu finden. Ich bekam oft Absagen”, erinnert sich der Alsdorfer, der so gerne Koch werden würde. Auch Siam Lamzakkar hat diese Erfahrung gemacht. Hauptschulabschluss - und was dann? „Eine Lehrstelle zu finden, war schwierig. Zum einen ist mein Deutsch nicht allzu gut, zum anderen hat mich der Tod meines Vaters aus der Bahn geworfen”, erzählt die 20-jährige gebürtige Marokkanerin.

Seit vier Jahren erst lebt sie in Aachen und beherrscht die deutsche Sprache doch mittlerweile sehr gut. Helaleh Hajihkhani hat nach ihrem Hauptschulabschluss direkt gearbeitet. Aus Aushilfskraft in einer großen Fast-Food-Kette.

„Schule war nie so richtig mein Ding, ich wollte schon immer lieber etwas Praktisches machen”, erzählt die 19-Jährige. Modeschneiderin wollte sie werden. „Aber nach einem Praktikum in einer Modeschneiderei habe ich gemerkt, dass das doch nichts für mich ist.”

Vier verschiedene Berufe

Drei Geschichten, die sich ähneln. Und doch stecken unterschiedliche Lebenswege dahinter. Ein Ziel haben alle drei jungen Erwachsenen: eine Ausbildung machen, um dann im ersten Arbeitsmarkt Fuß zu fassen. Aber auf geradem Wege war das eben nicht möglich, auch wenn Sebastian, Siam und Helaleh durchaus willig waren und sind, eine Ausbildungsstelle zu finden. Solchen Jugendlichen und jungen Erwachsenen bietet ein Projekt der Hartz-IV-Argen von Stadt und Kreis Aachen in Kooperation mit dem Alsdorfer Verein für allgemeine und berufliche Weiterbildung (VabW) die Möglichkeit eines niederschwelligen Zugangs zu einem Berufsabschluss.

„3. Weg in der Berufsausbildung in NRW” heißt die betriebsnahe und praxisorientierte Ausbildung, die in vier Berufen angeboten wird: Fachkraft im Gastgewerbe, Bauten- und Objektbeschichter, Fachlagerist und Servicefahrer. Zurzeit findet bereits der zweite Kurs dieses Ausbildungsganges statt, je Ausbildungsberuf stehen zwölf Plätze zur Verfügung. Der „3. Weg” beinhaltet eine zweijährige Fachausbildung. Der Gesellen- oder Facharbeiterabschluss kann anschließend in einem dritten Ausbildungsjahr erworben werden.

„Die Jugendarbeitslosigkeit zu bekämpfen, wird ein Schwerpunkt der Städteregion sein. Und dieses Projekt ist ein gutes Beispiel dafür, dass die Zusammenarbeit nicht an den Grenzen von Stadt und Kreis endet”, sagt Marcell Raschke, Geschäftsführer der Arge Stadt Aachen. „Eine solide Ausbildung ist die Basis. Und innerhalb des Projektes lernen die jungen Erwachsenen mehr als sonst in einer Ausbildung”, erklärt Bernd Wirtz, stellvertretender Geschäftsführer der Arge Kreis Aachen. Der VabW flankiert das Projekt durch eine sozialpädagogische Betreuung.

Neben den Praktika in den Betrieben - knapp 30 stehen als Partner allein im Bereich Gastwirtschaft zur Verfügung - lernen die Teilnehmer unter anderem auch in der Lehrküche des Alsdorfer Berufskollegs. Hier weiht sie unter anderem Hauswirtschaftsmeisterin Mechthild Schnuer in die Geheimnisse des Tischdeckens ein. „Super”, findet nicht nur Sebastian Vossen, denn bei Ausbilder und Koch Thomas von Dungen lernt er die Kniffe, die ihm später in seinem Traumberuf sicher helfen werden.
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