Simmerath - Antworten zu allen Fragen rund um das Thema Darmspiegelung

Antworten zu allen Fragen rund um das Thema Darmspiegelung

Von: ath
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Simmerath. Die für Dr. Winfried Enzensberger wichtigste Frage an diesem Nachmittag war: „Tut eine Darmspiegelung weh?”

Nicht die Frage selbst, sondern die Antwort, die er den Anrufern im Rahmen unserer Telefonaktion „Leser fragen - Ärzte antworten” darauf geben konnte, machte sie für ihn so entscheidend. „Immer wieder fragen Patienten danach im Vorgespräch, aber niemand muss Angst vor Schmerzen haben”, sagt der Oberarzt der Klinik für Innere Medizin und Facharzt für Gastroenterologie am Simmerather Malteser-Krankenhaus.

Standard sei es, dem Patienten etwas zur Beruhigung beziehungsweise ein Schlafmittel, etwas zum Krampflösen sowie gegen Schmerzen zu geben, sodass er von der Untersuchung kaum etwas mitbekomme. Das passe man individuell an den Patienten und seine Bedürfnisse an. „Die meisten Patienten können sich hinterher an nichts mehr erinnern, wachen auf und fragen, ob das schon alles war”, sagt der Mediziner. Das sei ganz wichtig, falls eine Folgeuntersuchung nötig sei. In die gehe der Patient dann deutlich entspannter.

Eine Vollnarkose nehme man nur selten vor, zum Beispiel wenn klar sei, dass es ein längerer oder schwieriger Eingriff sei. „Für eine Vollnarkose braucht man einen zweiten Arzt, der Kreislauf und Atmung überwacht, weil der Arzt, der die Spiegelung macht, sich darauf konzentriert und nicht auch noch die Narkose überwachen kann”, erläutert Enzensberger, der sich mit Chefarzt Dr. Klaus Generet den Fragen gestellt hatte.

Eine weitere Angst betroffener Patienten, die auch eine Anruferin äußerte, ist, dass das Entfernen von Polypen Schmerzen verursacht. Auch hier können die beiden Internisten beruhigen. „Die Innenseite des Dickdarms ist schmerzunempfindlich, weshalb eine Entfernung ohne Narkose möglich ist”, erklärt Enzensberger.

Solche Bedenken und Ängste in Bezug auf eine Darmspiegelung auszuräumen, ist ihm wichtig. Denn diese hilft, Darmerkrankungen und insbesondere Krebs zu erkennen. Seit 2002 bieten die gesetzlichen Krankenversicherungen ihren Mitgliedern die Möglichkeit, sich ab dem 55. Lebensjahr einmal in zehn Jahren einer Vorsorgedarmspiegelung zu unterziehen. Leider nähmen jedoch bisher nur etwa drei Prozent derer, die Anspruch darauf hätten, pro Jahr diese Möglichkeit wahr, bedauert er.

Besonders dramatisch ist dies angesichts der Zahlen: Bei Frauen ist Darmkrebs die zweithäufigste Krebserkrankung nach dem Brustkrebs und bei Männern die dritthäufigste nach dem Prostatakarzinom und dem Lungenkrebs. Sowohl bei Frauen als auch bei Männern ist der Darmkrebs die zweithäufigste Krebstodesursache. Dagegen stehen Statistiken, nach denen Darmkrebs umso höhere Heilungschancen hat, je eher er erkannt wird. „Es wäre daher auch fatal, aus Angst vor der Diagnose Krebs auf die Untersuchung zu verzichten”, betont Enzensberger.

Auf Warnsignale achten

Ein Warnsignal für Darmkrebs kann Blut im Stuhl sein. Eine Anruferin erkundigte sich, ob das von ihren Hämorriden kommen könne. Das könnte eine Erklärung sein, doch die Mediziner raten dringend davon ab, es damit abzutun. „Ein Laie kann das nicht entscheiden, weil ihm nicht klar ist, dass er über den Hämorriden noch einen Meter Darm hat, der die Ursache sein kann.” Vor einer Hämorriden-OP mache man daher eine gründliche Darmuntersuchung, um andere Ursachen auszuschließen.

Ähnlich ist es auch bei Durchfall über einen längeren Zeitraum. Auslöser könne eine Infektion, eine Nahrungsmittelunverträglichkeit oder eine chronische Entzündung sein, aber eben auch ein Tumor, der die Darmpassage so verenge, dass der Stuhl sich verflüssige, um daran vorbeizukommen. Es sei in jedem Fall richtig und wichtig, solche Symptome klären zu lassen. Es könne Leben retten.
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