Abiturienten wollen Schüler vernetzen

Von: Jutta Geese
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Aachen. Avila Rinkel-Michalke und Max Render sind schon besondere Praktikanten: Zum einen absolvieren die beiden jungen Leute seit September ein freiwilliges soziales Jahr (FSJ) im Bildungsbüro der Städteregion - und nicht, wie es sonst üblich ist, in einer caritativen Einrichtung.

Zum anderen ist es für das Bildungsbüro neu, sich dem Thema Schülerbeteiligung zu widmen - und dieses darüber hinaus auch noch federführend jungen Menschen anzuvertrauen, die gerade selbst erst der Schulbank entwachsen sind. Ihr Ziel: die Schülervertretungen an den 69 weiterführenden Schulen in der Städteregion stärken und die politische Bildung von Jugendlichen unterstützen.

Beide Vorschläge kamen beim Bildungsbüro gut an. „Wir wollten die beiden, wir wollten nicht nur ihre Ideen klauen. Es ist auch einfach glaubhafter, wenn junge Leute Schüler ansprechen”, sagt Dr. Sascha Derichs, Leiter des Projekts „Lernen vor Ort” im städteregionalen Bildungsbüro, der den Ansatz originell findet.

Erfahrungen aus ihrer Schulzeit haben Avila Rinkel-Michalke und Max Render, die 2010 an der Aachener Montessori-Gesamtschule ihr Abitur gemacht haben, auf die Idee gebracht, sich beim Bildungsbüro mit ihren Projektskizzen zu bewerben. „Max war zwei Jahre lang unser Schulsprecher und wusste, dass es zwischen den Schülervertretungen der verschiedenen Schulen keinen Austausch gibt. Aber wir haben gedacht, dass das eigentlich ganz gut wäre,”, erzählt Rinkel-Michalke.

Etwa, um voneinander von guten Projekten zu lernen, oder um Schülerpositionen besser in bildungspolitische Diskussionen einbringen zu können. Einen solchen Austausch wollen sie initiieren. „Als erstes haben wir nachgefragt bei den Schülervertretungen, ob sie überhaupt daran interessiert wären, ob sie schon mit anderen kooperieren und was sie von einer Vernetzung erwarten”, berichtet Rinkel-Michalke. Und 49 von 69 haben geantwortet. Über Facebook gibt es schon jetzt einen regen Informationsaustausch, und demnächst soll ein großes Treffen stattfinden, bei dem Schülervertretungen ihre Projekte vorstellen können.

Gut angelaufen ist auch das zweite Vorhaben, Jugendliche für Politik zu begeistern. Rinkel-Michalke und Render haben es geschafft, die Jugendorganisationen von SPD, CDU, Grünen, FDP und Linken in der Städteregion an einen Tisch zu holen (Derichs: „Das allein ist schon ein Erfolg”), und planen mit ihnen derzeit einen „Tag der politischen Bildung”. Dabei soll Schülern der Jahrgangsstufen 9 bis 13 Kommunalpolitik nähergebracht werden. Im Sommer soll der stattfinden, mit 500 bis 1000 Teilnehmern.

Mit ins Boot holen wollen sie auch sämtliche Geschichts- und Politiklehrer. „Jugendliche dürfen ab 16 Jahren wählen, aber viele wissen nicht, was sie wählen können oder welche Einflussmöglichkeiten sie vor Ort haben”, sagt Rinkel-Michalke. Und im Unterricht werde das meist nicht ausreichend behandelt. Ihr Interesse an Politik sei auch erst durch die Teilnahme an einem Projekt der Friedrich-Ebert-Stiftung geweckt worden, sagt sie. Mit dem „Tag der politischen Bildung” möchte sie andere junge Leute ebenso dafür begeistern, sich einzumischen.

Wie weit der Weg von einer Projektidee bis zur Umsetzung ist und wie viele Hürden zu überwinden sind, erleben Avila Rinkel-Michalke und Max Render gerade. Zu ihren Aufgaben gehört es nämlich nicht nur, die inhaltlichen Aspekte auszuarbeiten. Sie sind auch für die Organisation der geplanten Großveranstaltungen sowie die Finanzierung verantwortlich.
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