FuPa Freisteller Logo

Aachener Polizisten schlägt Welle der Gewalt entgegen

Von: hr/tv
Letzte Aktualisierung:
Symbol Polizei Auto Polizeiauto Polizeiwagen Blaulicht Polizist Streifenwagen Foto: Colourbox
Gleich drei Mal schlug den Polizisten bei Einsätzen in der Aachener Innenstadt am Wochenende massive Gewalt entgegen. Foto: Colourbox

Aachen. „Pöbeln, drohen, zuschlagen: Das Klima wird rauer“: So berichteten die „Aachener Nachrichten“ vor nicht mal eineinhalb Wochen am 8. Oktober über die steigende Tendenz zur Gewalt gegenüber Mitarbeitern von Ordnungsamt, Jobcenter oder Ausländeramt. Nun hat diese gewaltätige Welle auch die Beamten der Aachener Polizei getroffen.

Denn gleich drei Mal schlug den Polizisten bei Einsätzen in der Aachener Innenstadt am Wochenende massive Gewalt entgegen. In einem Fall hatten es die Beamten mit einem offenbar psychisch Kranken zu tun, in einem anderen Fall mit einem stark alkoholisierten Mann und im dritten Fall handelte es sich um eine größere Schlägerei in der Pontstraße. Von den polizeilichen „Klienten“ kam ein Mann in die Psychiatrie, fünf wurden festgenommen, teilte die Polizeipressestelle am Montag mit.

Angefangen hatte es am Freitagabend. Ein Patient randalierte in einem Aachener Krankenhaus nach einer Handoperation. Als die Polizei dort eintraf, war der Mann bereits außer Rand und Band. Er schlug um sich, beleidigte das Pflegepersonal und die Beamten und drohte zum Schluss, gar aus dem Fenster zu springen. Mit viel Kraftaufwand und mit Unterstützung herbeigerufener Kollegen, gelang es, dem Mann Handschellen anzulegen.

Schmerzempfinden hatte der 24-jährige Patient so kurz nach der Handoperation offenbar nicht mehr. Die Beamten wurden mehrfach von Faustschlägen und Tritten getroffen. Sie blieben aber unverletzt. Der 24-jährige Mann aus Würselen kam im Anschluss in die psychiatrische Abteilung eines Krankenhauses.

Nur wenige Stunden später, um 2 Uhr am Samstagmorgen, folgte der nächste Einsatz in der Innenstadt: „Drohende Schlägerei bei einer Geburtstagsfeier!“ Hauptdarsteller hierbei war nach Polizeidarstellung ein 25-jähriger Mann aus Aachen. Der Gast hatte im Laufe der Fete wohl zu viel Alkohol getrunken und sich mit den meisten der anwesenden weiblichen Gäste überworfen.

Schließlich sollte er die Geburtstagsfeier verlassen – was er aber nicht tat. Deshalb wurde die Polizei alarmiert.

Die eintreffenden Beamten wurden sogleich mit Schimpfkanonaden empfangen. Als der Störenfried in die polizeiliche Obhut sollte, schlug und trat er nach den Beamtinnen und den Beamten. Sein Versuch, sich mit Kopfstößen zu wehren, schlug fehl. Auch er wurde gefesselt und zur Wache gebracht. Dort entnahm ein Arzt dem 25-Jährigen eine Blutprobe.

Heftig angegangen

Am frühen Sonntagmorgen wurden die Beamten dann wie berichtet zur Pontstraße, Ecke Kreuzherrenstraße, gerufen. Hier hatten sich zwei Gruppierungen, offenbar türkischer und deutscher Herkunft – jedenfalls keine Rocker – aus bislang nicht bekannten Gründen in die Haare bekommen und bereits wüst geschlagen. Mitarbeiter des Ordnungsamtes waren heftig angegangen worden, als sie versucht hatten, die Streitigkeiten zu schlichten.

Auch die Polizei, die daraufhin mit mehreren Streifenwagen anrückte, wurde sofort von einigen Männern angegriffen. Die Beamten setzten darauf hin Schlagstöcke und Reizgas ein. Gemeinsam mit Beamten der Bundespolizei gelang es, vier Männer, die sich als Hauptaggressoren hervortaten, festzunehmen.

Die Festgenommenen sind zwischen 29 und 34 Jahre alt. Drei von ihnen wohnen in Gelsenkirchen, der andere Festgenommene ist aus Aachen. Einer von ihnen stand unter Drogeneinfluss. Ihm wurde eine Blutprobe entnommen.

Gegen alle Personen, die Widerstand gegen Polizisten begangen haben, wurden Strafverfahren eingeleitet, unter anderem auch wegen Körperverletzung, Bedrohung, Nötigung und Beleidigung. Ein Polizist wurde bei den Auseinandersetzungen so sehr verletzt, dass er ärztlich behandelt werden musste. Seinen Dienst konnte er aber fortsetzen. Andere Ordnungshüter trugen Hautabschürfungen und Schrammen davon.

Die Aachener Polizei erklärte auf Anfrage, dass auch sie – ähnlich wie andere betroffene Stellen – unabhängig von den Vorfällen am Wochenende eine Zunahme der Gewalt gegen Beamte festgestellt hat.

Leserkommentare

Leserkommentare (10)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert