Aachen ist keine gute Stadt für Radfahrer

Letzte Aktualisierung:
Aachen eine gute Stadt zum Rad
Aachen eine gute Stadt zum Radfahren? Mitnichten. Die Mobilitätserhebung für Aachen und die Städteregion hat ergeben, dass sich Radfahrer auf der Straße nicht besonders sicher fühlen. Foto: Harald Krömer

Städteregion Aachen. Wie bewegen sich die Menschen in Aachen und der Städteregion von A nach B? Um herauszufinden und analysieren zu können, wer wann mit welchem Verkehrsmittel wohin will und warum er das will, hat die Stadt Aachen im vergangenen Jahr eine Haushaltsbefragung zu Thema Mobilität in Auftrag gegeben.

Jetzt wurden die ersten Ergebnisse der Datenerhebung mit dem Schwerpunktthema „Radfahren”, an der rund 3449 Haushalte und 6167 Personen aus der gesamten Städteregion teilgenommen haben, vorgestellt.

Was angesichts hoher Spritkosten verwundert: In der Region werden über 60 Prozent aller Wege mit dem Auto zurückgelegt. Mehr als die Hälfte aller Bewohner der neun regionalen Kommunen nutzt täglich das Auto. Allerdings greifen die Menschen im Aachener Stadtgebiet selbst deutlich seltener zum Autoschlüssel: In Aachen sind es lediglich rund ein Drittel aller Befragten, die täglich mit dem Auto fahren, fast ein sechstel der Stadtbewohner nutzt dafür nie einen Pkw.

Sicherheit fehlt

Während das Auto vor allem in den Regionskommunen für viele Menschen wichtigstes Verkehrsmittel bleibt, setzen die Befragten aus dem Stadtgebiet deutlich häufiger auf die Fortbewegung mit dem Fahrrad. Insbesondere in den Aachener Bezirken Mitte, Brand, Eilendorf und in Alsdorf dort ist die tägliche Fahrradnutzung besonders hoch.

Dass dieses positive Bild nicht in allen Kommunen und Bezirken und bei allen Befragten herrscht, könnte damit zusammenhängen, dass nicht jeder die Region als Radfahrerfreundlich empfindet. „Aus den Daten geht hervor, dass die Situation der Radfahreignung in Aachen und der Region sehr unterschiedlich ganz bewertet wird”, betont Dr. Armin Langweg aus der Abteilung Verkehrsplanung im Fachbereich Stadtentwicklung und Verkehrsanlagen der Stadt Aachen. Besonders häufig wurden die Bedingungen für Radfahrer in den Städten Baesweiler und Herzogenrath positiv beurteilt. In anderen Teilen der Städteregion und in der Stadt Aachen selbst bestünde dagegen dringender Handlungsbedarf, so Langweg. „Denn nur etwas mehr als ein Drittel der befragten Aachener sind der Meinung, dass man in Aachen gut Radfahren kann. Hier muss die Stadt handeln”, sagt Langweg. Auch die Abstellmöglichkeiten für Räder am eigenen Haus, am Arbeitsplatz oder an Haltepunkten tragen dazu bei, dass viele Befragte seltener das Rad nehmen. Während in den neun Kommunen der Region immerhin 74 Prozent der Befragten über sichere Abstellmöglichkeiten am Haus verfügen, liegt der Anteil in Aachen deutlich niedriger bei 58 Prozent. Fast jeder vierte Haushalt in Aachen dagegen besitzt keine sichere Abstellmöglichkeit. Auch mit der Abstellsituation für Räder an Haltestellen oder Bahnhöfen unzufrieden ein Drittel der Befragten unzufrieden.

Warum treten nicht mehr Menschen in die Pedale? Die Antwort könnte bei der empfundenen Sicherheit beim Radfahren gefunden werden. Denn nur gut ein Viertel der Befragten fühlt sich beim Radfahren sicher, im Stadtgebiet fühlt sich sogar jeder zweite Aachener gefährdet. Das höchste positive Sicherheitsempfinden gibt es in Alsdorf, Baesweiler, Herzogenrath, Monschau und Simmerath. „In den seltensten Fällen sich die Menschen uneingeschränkt der Meinung, die Autofahrer nehmen genug Rücksicht auf Radfahrer. Mit Ausnahme von Alsdorf und Baesweiler liegen die Werte deutlich unter zehn Prozent”, erläutert Langweg einen der möglichen Gründe für die empfundene Unsicherheit.

Trotz großer Knautschzone und großer Sicherheit ist die Fahrt mit Bus und Bahn bei vielen Menschen in der Städteregion auch nicht sonderlich beliebt. Zwar sind 15 Prozent aller Einwohner der Städteregion täglich mit Bus und Bahn im Nahverkehr unterwegs - besonders häufig bewegen sich Einwohner aus den Aachener Bezirken Mitte, Brand, Eilendorf und Laurensberg sowie Alsdorf und Baesweiler mit öffentlichen Verkehrsmitteln fort - doch fast die Hälfte aller Bürger aus den regionalen Kommunen betreten nie Bus und Bahn.

Mit der Erhebung besitzen Stadt Aachen und Städteregion nun belastbare und vergleichbare Zahlen, die für die Verkehrsentwicklungsplanung der Zukunft von Bedeutung sind. „Die Zahlen bieten wichtige Grundlagen und Bausteine für Verkehrsmodelle in der Städteregion”, erklärte Claudia Strauch von der Stabstelle Regionalentwicklung der Städteregion.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert