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28 Schulen fördern individuelle Begabung

Von: Markus Bienwald
Letzte Aktualisierung:
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Bei der Geburtstagsfeier zu zehn Jahren Aachener Modell in Alsdorf begutachtete auch Städteregionsrat Helmut Etschenberg ausgiebig die Projekte beim „Markt der Möglichkeiten“. Foto: Markus Bienwald

Alsdorf. Parkwächter an einer Schule? Aber sicher: Bei der Geburtstagsfeier zu zehn Jahren Aachener Modell in der Gustav-Heinemann-Gesamtschule in Alsdorf waren die Schüler mit der kompletten Organisation der Veranstaltung betraut.

Und neben der Hilfe bei der Suche nach dem passenden Plätzchen fürs Auto waren das auch Catering, Bestuhlung und nicht zuletzt der Markt der Möglichkeiten, den diese Veranstaltung zu bieten hatte. Eingeladen hatte die Bürgerstiftung für die Region Aachen der Sparkasse Aachen, die sich um Kultur, Kunst und Wissenschaft verdient gemacht hat.

Vielfalt der Attraktionen

Beim Markt der Möglichkeiten, den die insgesamt 28 am Projekt teilnehmenden Schulen beschickten, wurde die Vielfalt der angebotenen Attraktionen deutlich. Tanzen, Bewegung, Spiel, Spaß und Spannung: unter diesen Überschriften ließ sich das auch von Städteregionsrat Helmut Etschenberg ausgiebig begutachtete Marktgeschehen bestens zusammenfassen.

Doch in der Aula der Schule waren auch eher theoretische Seiten der Pädagogik in den Fokus gerückt. Bei der von Moderatorin Bettina Staubitz hervorragend geleiteten Podiumsdiskussion kamen Menschen zu Wort, die sich als Begleiter einer zehnjährigen Entwicklung im Aachener Modell sehen können und Fachleute, die auch von außerhalb einen Blick auf die Geschehnisse haben.

Vielbeklatschter Vortrag

Professor Matthias von Saldern von der Leuphana Universität Lüneburg, der zuvor einen vielbeklatschten Vortrag rund um das Dauerthema „Inklusion“ hielt, sah die Zeit als wichtigsten Faktor, eine Inklusion, wie sie auch im Aachener Modell festgeschrieben und umgesetzt wird, umzusetzen. „Wir müssen der Schulbewegung Zeit geben“, unterstrich er. Ideen sollten entstehen, umgesetzt, wieder verworfen werden, um eine Entwicklung zu erreichen, die am Ende ständige Fortschritte macht, schloss er.

Ulla Roder als Schulamtsdirektorin der Städteregion Aachen erinnerte sich zurück an die Anfänge des Aachener Modells, als sechs Schulen damit starteten. „Schwierigkeiten gab es nicht“, weiß sie, „wir haben trotzdem entschieden, dass in der nächsten Projektphase statt einer Ausweitung eine Vertiefung stattfinden soll“. So werde die Zahl der teilnehmenden Schulen erstmal gedeckelt, was auch als Innehalten und nach innen schauen verstanden werden soll, um den Prozess weiterzuentwickeln.

Blick auf die Ressourcen

Anja Mommer als Schulpsychologin der Stadt Aachen stellte vor allem den Blick auf die Ressourcen als wichtig heraus. „Wir müssen einen breiteren Blick für Begabungen finden und immer weiter dran bleiben, um Begabungen zu fördern“, stellte sie klar. Veränderungen und die damit verbundene Angst der Menschen vor diesen Änderungen seien normal, doch die Vorreiterschulen in der Städteregion zeigten, dass es für andere leichter ist, wenn jemand den Weg schon gegangen ist. „Wir müssen schauen, was gemacht wird in Richtung Beratungsförderung“, fand sie abschließend.

Idee der Vernetzung

Dr. Christian Burmester, Geschäftsführer der Bürgerstiftung und Vorstandsmitglied der Sparkasse Aachen, freute sich über den Erfolg des Aachener Modells. „Mit der Förderung von Begabten im Aachener Modell verfügen wir über ein Vorreiter-Projekt, das sich zum Erfolgsmodell entwickelt hat“, unterstrich er.

Anita Groß, Schulleiterin der Gemeinschaftsgrundschule Am Höfling und Koordinatorin im Aachener Modell, hob besonders die Idee der Vernetzung hervor. „Nicht alle machen mit, aber eine Saat wird gelegt“, beschreibt sie den Prozess, den sie mit ihrer Schule von Beginn an begleitet hat. „Und das Schönste ist, gleichzeitig zu machen und sich im Machen weiterzuentwickeln“, brachte sie das Aachener Modell anschaulich auf den Punkt.

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