Aachen - 2367 Eltern suchen Rat bei Profis

2367 Eltern suchen Rat bei Profis

Von: Jutta Geese
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Erziehungsprobleme: Wenn Kinder auffälliges Verhalten an den Tag legen oder Schulprobleme haben, ist oft Hilfe von Profis erforderlich. Im vergangenen Jahr halfen die fünf Beratungsstellen im Kreis 2367 Familien. Foto: imago

Aachen. Die Zahl der Eltern, die bei Erziehungsproblemen professionelle Hilfe in Anspruch nehmen, ist abermals gestiegen: 2367 Familien (Vorjahr: 2343) haben sich im vergangenen Jahr an eine der Beratungsstellen des Kreises in Eschweiler, Herzogenrath und Stolberg oder des Vereins zur Förderung der Caritasarbeit in Alsdorf und Monschau gewandt.

Im Jahr 2002 waren es erst 1771. Und obwohl die fünf Teams auch immer häufiger in Familienzentren aktiv sind - inzwischen gibt es kreisweit mit 17 Zentren Kooperationsvereinbarungen -, ist es ihnen gelungen, die Wartezeiten zu verkürzen.

Mehr als ein Drittel der Ratsuchenden, in Monschau sogar 61 Prozent, erhielt innerhalb von 14 Tagen ein Erstgespräch. Länger als zwei Monate mussten in Monschau nur fünf Familien (1,2 Prozent der Ratsuchenden) warten, in Alsdorf 48 Familien (11 Prozent) und in den Kreisberatungsstellen 302 Familien (23 Prozent).

Schulprobleme, Hyperaktivität, Kontaktprobleme, aggressives Verhalten, oft auch vor dem Hintergrund von Spannungen in der Familie etwa aufgrund von Arbeitslosigkeit oder Trennung, aber auch Depression bis hin zu Suizidgefährdung sind Anlässe für Eltern, mit ihrem Kind Hilfe zu suchen.

Dass fast jede zweite Familie von sich aus Kontakt zu einer Beratungsstelle aufnimmt - die anderen werden etwa von Kindergärten, Schulen oder Ärzten dazu angeregt -, wertet Reimund Lanser vom Kreisjugendamt als positives Zeichen. „Das zeigt, dass unsere Arbeit akzeptiert wird und dass viele Eltern sensibilisiert sind.” Die deutliche Zunahme von Ratsuchenden aufgrund von Schulproblemen weise aber auch auf die Sorgen vieler Familien um die Ausbildungs- und Berufschancen ihrer Kinder hin.

Immerhin rund 1300 Ratsuchende gaben Schulprobleme als Grund für die Anmeldung zur Beratung an. Und die Schulpsychologen verzeichneten eine deutliche Zunahme der Anfragen im Bereich Rechenschwäche (184 Fälle gegenüber 111 im Jahr 2006). „Um dem entgegenzuwirken, wollen wir in diesem Jahr stärker präventiv arbeiten”, sagt Lanser, „vor allem in den Grundschulen, in denen sich solche Lernschwächen in der Regel herausbilden.”

Es gibt aber auch die andere Seite: Mit 39 Anmeldungen (Vorjahr: 19) hat sich die Zahl der Fälle in der Hochbegabten-Diagnostik mehr als verdoppelt.
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