Zwölf Jahre Haft für versuchten Mord

Von: Wolfgang Schumacher
Letzte Aktualisierung:
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Die Aachener Schwurgerichtskammer hat am Montagmorgen einen 44 Jahre alten Mann aus Köln zu zwölf Jahren Haft wegen versuchten Mordes und besonders schwerer Brandstiftung verurteilt. Foto: Ralf Roeger

Aachen. Die Aachener Schwurgerichtskammer hat am Montagmorgen einen 44 Jahre alten Mann aus Köln zu zwölf Jahren Haft wegen versuchten Mordes und besonders schwerer Brandstiftung verurteilt.

Nach Ansicht des Gerichts hatte der 44 Jahre alte Mann in der Nacht zum 1. März dieses Jahres versucht, sein Mietshaus in Aachen-Eilendorf die Luft zu sprengen.

Der Vorsitzende Richter Dr. Gerd Nohl bezeichnete die Tat als besonders heimtückisch, weil er das Leben von elf im Hause befindlichen Mietern „skrupellos” aufs Spiel gesetzt habe.

Zusätzlich zu den in die Gas-Hauptleitung des Hauses gebohrten Löchern im Keller hatte der Kölner nach Überzeugung des Gerichtes im zweiten Obergeschoss des Hauses einen Gelben Sack mit Plastikmüll gesteckt. Nur durch Zufall war dieser brennende Sack damals entdeckt worden.

Dann kam die Feuerwehr - und inspizierte glücklicherweise auch den Keller. Dort fand sie neben deutlichem Gasgeruch auch eine Zündvorrichtung. Diese bestand aus einem billigen Toaster, der mit Panzertape dauerhaft eingestellt und gleichzeitig an eine auf 3.46 Uhr eingestellte elektrische Zeitschaltuhr angeschlossen war.

Der Verurteile beteuert seine Unschuld

Der 44-Jährige lebte bis dato von der Hausvermietung. Er bestreitet die Tat und ergriff kurz vor der Urteilsverkündung überraschend das Wort, im Prozess hatte er geschwiegen. Im fehle jedes Motiv für die Tat, beteuerte er seine Unschuld, er wolle schnellstmöglich zurück zu seinem Kind.

Zur Tatzeit habe der getrennt lebende Vater fern gesehen, sagte der Verteidiger noch zum Ende des Prozesses in einem Beweisantrag. Das Gericht folgte dem nicht. Der zuvor weder polizweilich noch strafrechtlich in Erscheinung getretene Angeklagte habe hohe kriminelle Energie an den Tag gelegt. Am Brand alleine wäre beinahe ein Mensch gestorben. Hätte der „infame Plan” in Gänze funktioniert, wären unter Umständen sogar elf Menschen zu Tode gekommen.
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