Aachen - Zwei Häftlinge aus der JVA Aachen geflohen

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Zwei Häftlinge aus der JVA Aachen geflohen

Von: Stephan Mohne, Joachim Rubner und Oliver Schmetz
Letzte Aktualisierung:
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Diese beiden Straftäter sind aus der JVA Aachen geflohen. Foto: Polizei

Aachen. Um 20.20 Uhr geschieht am Donnerstagabend in der Aachener Justizvollzugsanstalt in der Soers das, was eigentlich als undenkbar gilt: ein Ausbruch. Zwei Schwerverbrechern gelingt die Flucht aus der als äußerst sicher geltenden Anstalt. Es sind der 50-jährige Michael Heckhoff und der 46-jährige Peter Paul Michalski. Die Polizei beschreibt sie als brutal und äußerst gefährlich.

Wie die Flucht genau vonstatten geht, ist bis in die Nacht hinein noch unklar. Fakt ist nur: Die beiden Häftlinge überwältigen einen Justizvollzugsbeamten sowie einen weiteren Beamten im Pförtnerbereich. Einer der JVA-Bediensteten wird dabei verletzt - wie schwer, bleibt zunächst unklar: Der Mann wird später mit dem Rettungswagen ins Krankenhaus gebracht. Die beiden Häftlinge rauben außerdem zwei Schusswaffen der Marke Walther P7 samt Munition und gelangen ins Freie. Es ist der erste Ausbruch, seit die Aachener JVA als hochmodernes Gefängnis vor rund 15 Jahren eröffnet worden ist.

Während die beiden Männer zu Fuß im Dunkel der Nacht verschwinden, läuft hinter ihnen ein riesiger Fahndungsapparat an. Die Polizei schickt alle verfügbaren Streifenwagen auf die Suche, Hubschrauber steigen auf und kreisen über der Stadt. Die Großfahndung erstreckt sich bis ins benachbarte Ausland, teilt die Polizei mit. Die Bevölkerung wird ausdrücklich davor gewarnt, in irgendeiner Form gegen die Ausbrecher vorzugehen.

Welche Straftaten die beiden bisher begangen haben, weswegen sie in der Aachener JVA welche Strafen verbüßten - all das gibt die Polizei noch nicht bekannt. Nur so viel: „Beide saßen wegen schwerwiegendster Straftaten ein, sind bewaffnet und haben sich in der Vergangenheit als brutal und rücksichtslos gezeigt”, sagt Polizeisprecher Karl J. Völker. Nach AZ-Informationen soll es es sich bei einem der Männer um einen verurteilten Mörder handeln, der andere soll wegen versuchten Mordes einsitzen.

Während in der ganzen Stadt die Großfahndung auf Hochtouren läuft, untersuchen die Beamten der Spurensicherung in der JVA den Tatort, stellen erste Beweismittel sicher. Später trifft auch die Anstaltsleiterin Reina Blikslager vor Ort ein, ist aber für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

Wie die Flucht gelingen konnte? Die Frage wird in der JVA sicher die nächsten Tage beherrschen. Insider spekulieren, dass die Häftlinge möglicherweise die Teilnahme an Freizeitgruppen mit ehrenamtlichen Betreuern zur Flucht nutzen konnten. Einschluss in die Zellen ist in der Anstalt erst um 21 Uhr. Zumindest einer der beiden Flüchtigen soll allerdings nicht an solchen Gruppen teilgenommen haben. Ob möglicherweise die Flucht durch eine Geiselnahme erzwungen wurde, dazu kann Polizeisprecher Völker allerdings nichts sagen.

Während vor Ort die Spurensuche läuft, spitzt sich in der Innenstadt die Lage dramatisch zu: Die beiden Ausbrecher bringen ein Taxi in ihre Gewalt, setzen ihre Flucht in Begleitung des Taxifahrers fort. Vermutlich zwingen sie den Mann dazu, sie zu fahren. Später wird das Fahrzeug in Kerpen-Buir vor einem italienischen Restaurant von der Polizei aufgefunden, der offenbar unversehrte Taxifahrer betreut und vernommen.

Im gleichen Ort kapern die Männer nach ersten Informationen ein zweites Taxi und machen sich auf den Weg in die Kölner Innenstadt. Dort lassen sie nach Angaben der Kölner Polizei am Hauptbahnhof den Fahrer frei und setzen ihre Flucht zu Fuß fort. Auch dort läuft eine Großfahndung mit allen verfügbaren Beamten an.
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