Zwei Aachener Schüler mit Forscher- und Erfindergeist

Von: Berthold Strauch
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Das ist ihre Welt: Thomas Rothkranz (l.) und Michael Engels mit ihrem selbst konstruierten Modellauto, das ein Wankelmotor antreibt. Den Wasserstoff liefern Computerschrott und ein Reaktor. Foto: bst

Aachen. Aufgeweckter Forschergeist sorgt am Inda-Gymnasium in Aachen-Kornelimünster für Aufsehen. Die beiden 18-Jährigen Thomas Rothkranz und Michael Engels aus der Jahrgangsstufe zwölf beeindrucken die Fachwelt mit ihrem selbst konstruierten wasserstoffbetriebenen Modellauto-Wankelmotor. Die jungen Leute haben bereits etliche Wissenschaftspreise eingeheimst.

Dazu zählten jüngst der zweite Platz im NRW-Landeswettbewerb „Jugend forscht” und eine Präsentation auf der Hannover-Messe 2009. Und Bundespräsident Horst Köhler lud das Jungwissenschaftler-Duo letzten Dezember zu dem von ihm verliehenen „Deutschen Zukunftspreis” nach Berlin ein. Als Sponsor des Projekts aufgesprungen ist - neben anderen - auch „Gesamtmetall”, die deutschen Arbeitgeberverbände der Metall- und Elektroindustrie.

Präsentation in Essen

Ihre beeindruckenden Leistungen haben Thomas Rothkranz, der mit seinen Eltern in Aachen-Brand lebt, und Michael Engels aus Mulartshütte in der Gemeinde Roetgen nun eine weitere besondere Einladung beschert: Sie präsentieren ihr Konzept auf der „Weltwasserstoff-Konferenz” (World Hydrogen Energy Conference, WHEC), die am Montag in der Messe Essen beginnt. Ihr Forum ist der offizielle Pavillon der Bundesrepublik Deutschland. Weitere Auftritte folgen, die Einladungen liegen schon vor.

Klaus Buschhüter ist stolz auf die beiden: Der Physiklehrer am Inda-Gymnasium hat Thomas Rothkranz und Michael Engels bereits in der Klasse zehn für das Thema Brennstoffzelle begeistert. Aus dem Unterricht wuchs eine große Passion der Schüler für diese alternative Antriebsform, die wegen der Endlichkeit fossiler Kraftstoffe auch in der automobilen Welt zunehmend Aufmerksamkeit findet. Dazu zählt auch der wachsende Stellenwert der Zelle im Zusammenhang mit der Elektromobilität.

Am schönsten wäre es für Thomas Rothkranz und Michael Engels, wenn ihre reife Leistung dadurch Anerkennung findet, dass ihre Entwicklung in der praktischen Anwendung landet. Das exzellente Netzwerk an Fach- und Branchenkontakten, das sie dank der Fülle ihrer öffentlichen Präsentationen und Vorträge inzwischen knüpfen konnten, hilft bei einer möglichen Vermarktung ihres Kreativpotenzials sicherlich entscheidend weiter.

Ihre Pfiffigkeit haben sie gerade erneut unter Beweis gestellt, indem sie Energie aus Computerschrott generieren. Rechnergehäuse aus Taiwan enthalten das Leichtmetall Magnesium. Dies dient in einem kleinen Druckreaktor, der am Institut für physikalische Chemie der RWTH Aachen gebaut wurde, zur Herstellung von Wasserstoff. Für die katalytische Anregung des notwendigen chemischen Prozesses, bei dem Salzwasser eingefüllt wird, sorgt ein feinporiges Eisengitter. „Es funktioniert”, sagt Lehrer Buschhüter. Die bei diesem klimafreundlichen Prozess entstehende „exotherme Reaktionswärme” könnte in einem ausgereiften Auto den Innenraum heizen. Dann würde die Batterie nicht in die Knie gehen.

Dank ihres mittlerweile aufgebauten Know-hows dürfte nach dem Abitur einer Ingenieurkarriere wohl nichts im Wege stehen. Thomas Rothkranz, dessen Vater in Kornelimünster eine Fabrik für den Bau von Wankelmotoren besitzt, liebäugelt mit einem Maschinenbau-Studium, ergänzt um Betriebswirtschaftslehre. Und Michael Engels will „was mit Naturwissenschaften machen”.
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