Zülpicher Landesgartenschau: Optimismus auf der Baustelle

Von: Angela Delonge
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Sandstrand, Seebühne, Sitztribüne: Wo jetzt noch Bagger und Bauarbeiter das Sagen haben, soll ab 16. April ein modernes Seebad mit allen Schikanen den Zülpicher Wassersportsee enorm aufwerten.
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Spektakuläre Flugschau: Falkner Pierre Schmidt wird mit zwölf Greifvögeln das Programm der Laga bereichern.

Zülpich. Am Zülpicher Wassersportsee weht eine steife Brise, Bagger und Bauarbeiter bestimmen das Bild. In wenig mehr als zwei Monaten wird hier die Landesgartenschau (Laga) eröffnet. Da kann man sich nur wundern, wenn Pressereferentin Jennifer Held im Brustton der Überzeugung sagt: „Wir sind fast fertig.“ Alles sieht danach aus, als seien hier Optimisten am Werk.

In der Tat, denn „fast fertig“ heißt einerseits, dass noch viel zu tun ist. Es heißt aber auch, dass alle Beton- und Stahlbauarbeiten erledigt, alle Anlagen gebaut sind: das Seebad mit Sandstrand und einer Bühne auf dem Wasser, das Restaurant Lago Beach Zülpich mit Seeterrasse, die Römerbastion mit ihren Blumenterrassen als Aussichtsplattform über den Zülpicher See und Endpunkt einer historischen Römerstraße. 3000 Rosen sind gepflanzt, über 100.000 Blumenzwiebeln gesetzt – darunter alleine 71.500 Tulpenzwiebeln.

Dass die Vorarbeiten für die „Zülpicher Jahrtausendgärten“ bis jetzt so weit gediehen sind, sei in erster Linie dem milden Winter zu verdanken, sagt Jennifer Held. Vor allem das Setzen der Blumenzwiebeln und das Fluten der Seebühne wäre bei Minusgraden nicht möglich gewesen. „Von den Tulpenfeldern mussten wir sogar schon das Wärmevlies abnehmen, damit die Zwiebeln nicht vor der Zeit anfangen zu sprießen“, sagt Jennifer Held. Und selbst, wenn jetzt noch starker Frost käme, würde keine der Anpflanzungen Schaden nehmen.

Auch die neue Greifvogelstation, von der alle überzeugt sind, dass sie „ein magischer Anziehungspunkt“ der Laga wird, konnte dank des milden Wetters im Januar gebaut und in dieser Woche eingeweiht werden. Das langgestreckte Bauwerk aus Lärchenholzstreben mit acht offenen Volieren haben Studenten der Fachhochschule Köln entworfen. Gebaut wurde die Station, die allen Anforderungen des Arten- und Umweltschutzes entspricht, mit dem Geld der Victor-Rolff-Stiftung in Vettweiß.

Leuchtendes Schilf

Einige Vögel der Falknerei Pierre Schmidt aus Erftstadt haben ihr neues Zuhause in diesen Tagen schon mal in Augenschein genommen. Beginnend mit der Eröffnung der Gartenschau werden dann zwölf Greifvögel in den acht Volieren wohnen. Zweimal am Tag wird es bis Mitte Oktober eine Flugschau geben, bei der auch das Publikum mitmachen kann.

Der rund 85 Hektar große Wassersportsee, der Ende der 60er Jahre durch die Rekultivierung des Tagesbaus Zülpich entstand, ist das unübersehbare Zentrum des Gartenschaugeländes. Am Westufer des Sees befinden sich Haupteingang und Parkplätze, hier steht auch die Greifvogelstation. Ein weiterer Haupteingangsbereich befindet sich im Park am Wallgraben im Zülpicher Zentrum mit dem 30 Meter hohen Aussichtsturm der kurkölnischen Landesburg. Von hier aus bietet sich ein spektakulärer Blick über das Ausstellungsgelände der Landesgartenschau, die historische Altstadt und die Zülpicher Börde bis in die Eifel hinein.

Was bis 16. April noch zu tun ist: Alle Wege müssen gepflastert, alle Zäune aufgestellt und die Kassenhäuschen aufgebaut werden. Wenn dann an lauen Sommerabenden die Atmosphäre am See von Kunstinstallationen in Gestalt von leuchtendem Schilf verschönert wird, haben alle Optimisten recht behalten.

Die Kulturregion Aachen präsentiert sich mit 40 Akteuren am Programm der Laga. Beworben hatten sich für die Sparten Musik, Theater und Literatur mehr als 80, davon die meisten aus der Stadt Aachen (21), dem Kreis Euskirchen (19), der Städteregion (16), den Kreisen Düren (15) und Heinsberg (3). Zu den „Auserwählten“ gehört unter anderem das Aachener „Theater K“ mit einer speziell für die Laga konzipierten Produktion.

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