Zu wenig Plätze: Millionenforderungen an NRW-Unis

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Die Rheinisch-Westfälische Technische Hochschule in Aachen hatte in den vergangenen drei Jahren wie gefordert gut 662 Studienfänger zusätzlich aufgenommen. Foto: dpa

Aachen/Münster. Weil sie zu wenig neue Studienplätze geschaffen haben, müssen sich fast alle großen Universitäten in NRW mit Rückforderungen des Landes in Millionenhöhe auseinandersetzen. Das sagte am Mittwoch ein Sprecher des Wissenschaftsministeriums in Düsseldorf und bestätigte Medienberichte.

Das Problem betrifft unter anderem die Unis in Münster, Duisburg-Essen, Köln und Bielefeld. Im Rahmen des sogenannten Hochschulpaktes I hatten die Universitäten von 2007 bis 2010 an insgesamt 250 Millionen Euro von Land und Bund erhalten, um damit zusätzliche Studienplätze zu schaffen. In vielen Fällen sind jedoch weniger zusätzliche Studenten aufgenommen worden als vereinbart. Wieviel Geld die Universitäten nun dafür abgezogen wird, darüber verhandeln beide Seiten derzeit. Statistiken werden dafür noch genauer ausgewertet.

Im äußersten Fall kommen nach Informationen der Nachrichtenagentur dpa auf die Universität Münster Forderungen von rund elf Millionen Euro zu. Die Unis Köln und Bielefeld müssten demnach maximal jeweils rund vier Millionen zurückgeben. Zu konkreten Zahlen wollten sich beide Seiten allerdings auf Anfrage nicht äußern.

Rückzahlungen seien nicht möglich, betonte die stellvertretende Rektorin der Universität Duisburg-Essen, Ingrid Lotz-Ahrens. „Das Geld ließe sich höchstens verrechnen.” Ähnlich äußerte sich der Sprecher der Uni Bielefeld. „Zurückzahlen ist gar kein Thema für uns”, heißt es von dort. „Ob - und wenn ja wieviel - wir zurückzahlen oder verrechnen sollen, darüber verhandeln wir auch erst noch”, sagte der Sprecher der Universität Münster.

Im zweiten Teil des Hochschulpaktes sollen die Hochschulen in Nordrhein-Westfalen von diesem Jahr bis 2015 noch einmal rund 90.000 zusätzliche Studienplätze schaffen. Eine Idee ist daher, erst nach den nächsten Jahren einen Strich unter die Rechnung zu ziehen, wie viele Plätze letzen Endes entstanden sind; eine Lösung, die auch das Bundesbildungsministerium bevorzugt, wie eine Sprecherin in Berlin sagte. Dessen Anteil an den Zahlungen verwaltet ohnehin das Land NRW.

Dass es auch ganz anders geht, zeigt zum Beispiel die Rheinisch-Westfälische Technische Hochschule in Aachen. Sie hatte in den vergangenen drei Jahren wie gefordert gut 662 Studienfänger zusätzlich aufgenommen. Die FH Münster hatte sogar rund 400 Studienplätze mehr geschaffen als vereinbart. Dafür bekommt sie in den kommenden Jahren zusätzliche Millionen vom Land.
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