Zentis-Erpresser drohte mit Gift in Marmelade

Von: Wolfgang Schumacher
Letzte Aktualisierung:

Aachen. Unter dem Code-Namen „Zentis-Freund” hat ein 27-jähriger Düsseldorfer im Januar versucht, den Aachener Marmeladen- und Konfitürenhersteller Zentis zu erpressen.

Dabei drohte der Täter mit der Vergiftung von Zentis-Produkten durch ein chemisches Lösungsmittel, das bei einem Verzehr insbesondere bei älteren Menschen und bei Kindern zum Tode hätte führen können. Am 17. Januar wurde der mutmaßliche Erpresser nach intensiver Fahndung gefasst.

Laut der Aachener Staatsanwaltschaft ging es zuerst um eine Summe von 500.000 Euro. Die Behörde hat Anklage wegen „schwerer räuberischer Erpressung” erhoben. Das bestätigte Staatsanwalt Dr. Jost Schützeberg am Dienstag auf Anfrage der „Nachrichten”.

Demnach ging ein erster Erpresserbrief mit der Signatur „Zentis-Freund” am 7. Januar bei dem für süße Aufstriche und Fruchtzusätze für die milchverarbeitende Industrie bekannten Unternehmen ein. Um seinen Forderungen möglichst großen Nachdruck zu verleihen, soll der Erpresser laut Staatsanwaltschaft der Firmenleitung ein Paket zugeschickt haben, in dem sich drei Proben mit vergifteten Fruchtaufstrichen befanden.

Der Mann habe gedroht, solche Gläser in Supermärkten in NRW zu platzieren. Die in die Marmelade eingebrachte chemische Substanz „GBL” hat narkotisierende Wirkung und wird etwa zum Entfernen von Graffitis verwendet.

Für die finanzielle Abwicklung soll sich der Angeklagte falsche Kontodaten besorgt haben. Die Bankverbindung war nur über verschlüsselte Software zugänglich. In einem ersten Schritt floss laut Staatsanwaltschaft „eine vierstellige Summe”.

Nach Informationen der „Nachrichten” schickte der Täter seine Anweisungen von Internetcafés über die Email-Adresse „zentisfreund@web.de” ab. Als zunächst nur 500 Euro flossen, bot der Täter dem Konzern großherzig Ratenzahlungen an.

Ein Sprecher von Zentis bestätigte am Dienstag den Vorfall, betonte aber: „Zu keiner Zeit hat eine Gefährdung der Verbraucher bestanden.” Man habe jeden Schritt mit der Polizei abgestimmt.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert