Zeltshow „Corteo - Cirque du Soleil” feiert Deutschland-Premiere

Von: dpa
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In Düsseldorf hat am Donnerstag die Zeltshow „Corteo - Cirque du Soleil” Deutschlandpremiere gefeiert. Foto: dpa

Düsseldorf. Die Zeltshow „Corteo” passt in keine Schublade. Zu vielseitig, zu ungewöhnlich. Die Deutschland-Premiere in Düsseldorf bezaubert die Zuschauer - mit einem fantasievollen Mix aus Zirkus, Theater, Varieté, Komödie, Musical.

Das Ensemble „Cirque du Soleil” mit 62 Artisten aus 20 Ländern bringt ein rasantes, buntes Programm mit atemberaubender Akrobatik, geschmeidiger Tanzperformance und feinem Humor auf die Bühne. Ein Fest fürs Auge, eine sinnliche und charmante Aufführung - wohltuend gerade in Zeiten inflationärer Casting- und Comedy-Shows.

Im Mittelpunkt von „Corteo” steht Clown Mauro. „Ich habe von meinem eigenen Begräbnis geträumt. Ihr wart alle da”, sagt er zu Beginn der Show am Donnerstagabend. Wer nun aber Melancholie erwartet, wird zwei Stunden lang vom Gegenteil überrascht. Ein fröhliches Spektakel setzt ein, in einer imaginären Welt zwischen Himmel und Erde. Akrobaten fliegen durch die Luft, balancieren auf Seilen, klettern auf Kronleuchtern, schweben unter dem Zeltdach. Am Boden springen Artisten auf Trampolinen, jonglieren, vollführen waghalsige Kunststücke - an Seilen, auf einer Leiter, an Stangen oder auf einer Wippe.

Es geht auch magisch und „traum”-haft zu - wenn etwa ein Pierrot kopfüber und mit Kerzenleuchtern in der Hand auf einem Seil tänzelt. Immer immer wieder tauchen Engel auf, darunter auch mal kräftig gebaute männliche Exemplare. Die Kostüme sind aufwendig, teils barock. Die Musik - sie kommt auch von Clowns am Bühnenrand - ist abwechslungsreich: Samba-Klänge erinnern an Karneval in Rio, mal swingt es, dann sind Flamenco, moderne Rhythmen, Solo-Gesänge oder Melodien auf Kristallgläsern zu hören - die ganze Palette.

Tiere gibt es nicht. Nur widerspenstige Plüschpferde, die den Zirkusdirektor auf Trab bringen - eine von vielen kleinen Slapstick-Episoden. Auch ein kleinwüchsiges Paar bringt zum Lachen, vor allem als Madame Leichtgewicht feixend an Riesenballons durchs Publikum fliegt. Ungewohnt ist die Rundbühne in der Mitte des Zelts. Die gut 2500 Zuschauer sitzen sich in zwei Blöcken gegenüber - eine neue Perspektive.

Hinter der Show steckt der kanadische Unterhaltungsgigant Cirque du Soleil mit 1300 Artisten aus 50 Ländern - 1984 entstanden aus einer Gruppe von 20 Straßenkünstlern. In diesem Jahr gastieren die Ensembles mit 21 verschiedenen Shows auf der ganzen Welt - rund 15 Millionen Zuschauer werden erwartet. Das Programm „Corteo” haben in Europa bereits sieben Millionen Menschen gesehen.

Auch in Deutschland könnte die Show zum Publikumsmagneten werden. Schon 60.000 der 100.000 Karten für Düsseldorf bis Mitte November sind verkauft. Danach reist das Team mit 1200 Tonnen Equipment weiter nach Berlin und schlägt Ende Januar seine Zelte in Hamburg auf. Das Publikum in Nordrhein-Westfalen bejubelt die Premiere. Aus den Zuschauerreihen raunt es: „Perfekte Performance”, „Wahnsinnsshow” oder auch „total empfehlenswert”.

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