Zehn-Zentner-Bombe in Mülheim: Blindgänger entschärft

Von: dpa
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Zehn Zentner Bombe  Mülheim
Experten machen eine Zehn-Zentner-Bombe in Mülheim unschädlich. Etwa 15.000 Menschen müssen sich in Sicherheit bringen. Foto: dpa

Mülheim. Feuerwerker des Kampfmittelräumdienstes haben am Freitag in Mülheim an der Ruhr eine Zehn-Zentner-Bombe entschärft.

Der Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg war in der Nähe eines Kindergartens bei Bauarbeiten gefunden worden. In der Gefahrenzone waren rund 15.000 Menschen betroffen, 7000 von ihnen mussten ihre Häuser verlassen.

Die Evakuierung verlief nach Angaben der Stadt ebenso problemlos wie die Entschärfung der mächtigen Bombe. In der Sperrzone liegen mehrere Schulen und Kindergärten und ein Altenheim. Die meisten Anwohner hatten sich selbstständig vorübergehend ein Ausweichquartier gesucht, die Aufnahmestellen wurden kaum genutzt. Die für 11 Uhr geplante Entschärfung musste um wenige Minuten verschoben werden. Ein älterer Mann an einer Bushaltestelle und eine Frau mit Kinderwagen waren noch im 500-Meter-Kreis um die Bombe entdeckt worden. Sie gaben an, nichts von der Sperrung zu wissen.

Ab 9 Uhr riegelte die Polizei an 40 Punkten insgesamt 120 Straßen ab. Nichts ging mehr. Ein ganzer Stadtteil war dicht. Nur die Wagen der Rettungsdienste fuhren noch im Eiltempo und mit Blaulicht hin und her. Erst gegen 10 Uhr waren die letzten neun schwer pflegebedürftigen Bewohner eines städtischen Altenheimes in eine andere Einrichtung verlegt worden.

Zuletzt war in Mülheim vor 20 Jahren eine Bombe dieser Größe gefunden worden - damals aber in einem weniger bewohnten Gebiet im Süden der Stadt. Nach Auskunft von Stadtdirektor Frank Steinfort gab es in der Geschichte der Ruhrstadt noch nie eine vergleichbare Situation wie am Freitag. Insgesamt waren 300 Mitarbeiter von Polizei, Feuerwehr und Ordnungsamt im Einsatz.

Der Mann am Zünder war nach der Entschärfung ganz ruhig und stand stolz neben der 1,40 Meter langen Bombe. Feuerwerker Peter Giesecke (58) vom Kampfmittelräumdienst: „Ich musste die Bombe heute genauso vorsichtig behandeln wie meine erste. Die Gefahr ist immer dabei.” Den Zünder selbst hatte Giesecke aber problemlos entfernt.

Gefunden wurde die Bombe durch die Auswertung von Luftbildern, als ein Kindergarten eine Erweiterung plante. Eine Probebohrung brachte dann die Erkenntnis: Da liegt Metall in über drei Metern Tiefe im Garten der Einrichtung. 20 bis 30 Prozent der Weltkriegsbomben sind beim Einschlag nicht detoniert.

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