Aachen - Zauberwürfel-Meister aus Aachen lädt zu internationalem Wettkampf

Zauberwürfel-Meister aus Aachen lädt zu internationalem Wettkampf

Von: Marc Wahnemühl, ddp
Letzte Aktualisierung:
Robin Böhm
Der amtierende deutsche Meister im Zauberwürfel-Drehen, Robin Böhm hat den Dreh raus: Sein Hobby ist der Zauberwuerfel, das wohl berühmteste Puzzle der Welt.

Aachen. Robin Blöhm hat den Dreh raus: Sein Hobby ist der Zauberwürfel, das wohl berühmteste Puzzle der Welt. Erst vor einem knappen Jahr hat der 21-jährige Mathematikstudent mit dem Drehen begonnen, bei den Deutschen Meisterschaften im Oktober auf der Messe „Spiel 08” in Essen ist der Aachener bereits Deutscher Meister in der 4er-Variante, einem Würfel mit jeweils vier mal vier Farbfeldern pro Seite, geworden.

Jetzt veranstaltet er mit einigen Freunden am kommenden Wochenende (10./11. Januar) die „Aachen Open 2009”, die erste internationale Meisterschaft im Speedcubing, wie das Wettkampf-Zauberwürfeln auf Englisch heißt. Mehr als 50 Teilnehmer aus sieben Ländern, darunter etliche Weltrekordler, haben sich bereits angemeldet, um in einer von 18 Disziplinen die Würfelebenen rotieren zu lassen und Preise und Urkunden einzuheimsen.

Wer Blöhm beim Drehen des Zauberwürfels beobachtet, muss gut hinschauen. Zunächst liegt der 4er-Würfel noch ganz locker in den Händen des 21-Jährigen. Ein Blick auf eine Seite, ein Blick auf die anderen fünf Seiten, dann beginnen seine Finger zu wirbeln, bis zu vier Züge pro Sekunde schnell. Die insgesamt 96 Farbsegmente lassen sich in eine unglaubliche Zahl von Kombinationen verdrehen: in 7,4 Septilliarden, sprich 7,4 x 1045, also in eine 46-stellige Anzahl von Möglichkeiten.

Allerdings: „Mit Mathe hat das wenig zu tun - eher mit Logik”, sagt der Student. Und während er noch erklärt, dass er sich 100 bis 150 Algorithmen, also festgelegte Zugfolgen, gemerkt hat, ist er auch schon fertig. 1 Minute, 13 Sekunden und 72 Hundertstel - das ist die Zeit, in der Blöhm den „Rubiks Revenge”, wie der 4er-Würfel genannt wird, im Durchschnitt lösen kann.

Mit dieser Zeit wurde der schlaksige junge Mann im Oktober überraschend Deutscher Meister. Bei den Wettkämpfen im Theatersaal des Studentenwerks Aachen tritt Blöhm gleich in 15 der 18 Disziplinen an. Er löst den Würfel in allen Varianten von 2er bis 7er, versucht sich an der Kategorie „Wenigste Züge” und schafft den Rubiks Cube auch einhändig. Es gibt sogar „Extremwürfler”, die ihr Spielgerät mit den Füßen lösen.

In neun Disziplinen tritt er dabei gegen seine Freundin an. Monika Zimmermann, ebenfalls Mathematikstudentin an der RWTH Aachen, ist nämlich auch vom Zauberwürfel-Virus befallen: „Ich schätze mal, dass sie Deutschlands schnellste Frau ist. Leider gibt es keine eigenen Wettbewerbe für Frauen”, sagt Blöhm.

Dass er sich Chancen auf den einen oder anderen Titel ausrechnen darf, glaubt der Mann mit dem sympathischen Lächeln eher nicht: „In Holland ist das Zauberwürfeln richtig beliebt. Viele Rekordler kommen daher, und die nehmen hier natürlich teil.”

1975 hatte der ungarische Bauingenieur und Architekt Ernõ Rubik den Zauberwürfel, „Rubiks Cube” erfunden: drei Segmente pro Kante, neun pro Seite und insgesamt 54 Segmente in sechs Farben. Dass der Würfel, der in den 80er Jahren ein echter Renner war, heute wieder so beliebt ist, liegt für Blöhm auf der Hand: „Es macht einfach Spaß, ihn zu lösen.”

Zu Hause hat er eine große Sammlung an Zauberwürfeln, die beständig wächst: 80 verschiedene Exemplare hat er schon. Nur seinen ersten Würfel nicht mehr. Der stammte noch original aus den 80er Jahren und war von seinem Vater: „Den habe ich ihm zurückgegeben. Er hat auch den Dreh raus.”

Die Internationale Meisterschaft im Zauberwürfeln in Aachen am 10. und 11. Januar findet im Theatersaal des Studentenwerks Aachen, Turmstraße 3 statt. Die Wettbewerbe beginnen jeweils um 9 Uhr.
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