Düren - Zanders-Werke: Die Angst geht um

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Zanders-Werke: Die Angst geht um

Von: Jörg Abels
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Die Angst geht um: Die Stimmung im M-Real-Werk Zanders Reflex ist im Keller. Foto: Abels

Düren. Die Stimmung im M-Real-Werk Zanders Reflex ist im Keller. Ein Jahrzehnt voller Hiobsbotschaften, mit permanentem Stellenabbau und immer neuer Ungewissheit hat bei der noch rund 230-köpfigen Restbelegschaft Spuren hinterlassen.

„Die Mitarbeiter sind einfach mürbe”, weiß der Betriebsratsvorsitzende Norbert Werres aus unzähligen Gesprächen. Seit Anfang November steht die Produktion der Durchschreibepapiere („Zanders autocopy”) an der Veldener Straße - wie von M-Real vor Monaten angekündigt - still; Versuche auch des Betriebsrates, mit der Stadt Düren einen Käufer für die Veredelungssparte zu finden, scheiterten an der fehlenden Möglichkeit der Rohpapierproduktion im Werk.

14 der rund 100 betroffenen Mitarbeiter konnten innerhalb des Werks noch zur Konzernschwester Metsä Tissue wechseln, andere fanden bei Aluminium Feron einen neuen Arbeitsplatz. „Der Rest wurde bezahlt freigestellt oder geht momentan anderen Arbeiten im Werk nach”, erklärt Werres, der mit seinen Betriebsratskollegen mitten in nicht gerade einfachen Sozialplanverhandlungen mit der M-Real-Geschäftsführung steckt, die wie bereits in der Vergangenheit den Wechsel in eine Transfergesellschaft zum Ziel haben.

Sozialplan für alle Mitarbeiter

„Wir wollen einen Sozialplan für alle verbliebenen Mitarbeiter”, betont Werres, in dem auch die knapp 50 bereits im Sommer entlassenen Mitarbeiter noch einmal berücksichtigt werden sollen. „Teilsozialpläne kommen für uns nicht mehr in Frage.”

Denn der Betriebsrat befürchtet, dass auch die von M-Real noch Mitte Oktober als „sehr gut” bezeichneten Gespräche mit einem deutschen Papierhersteller über den Verkauf der Premium-Papier-Sparte mit bis zu 120 Mitarbeitern nicht zu einem erfolgreichen Abschluss führen und noch vor Weihnachten die Nachricht aus Finnland kommt, die Werke in Düren und Bergisch-Galdbach komplett zu schließen.

„Die Angst ist da”, betont auch Werres Stellvertreter Reinhold Hempel. Zum einen gebe es von M-Real überhaupt keine Informationen zum Stand der Verkaufsgespräche, zum anderen weiß der Betriebsrat aus eigenen Gesprächen mit dem Interessenten, dass nach der gelösten Energiefrage immer neue Probleme in den Verhandlungen aufgetaucht sein müssen. Anfang Juli waren bereits die Verkaufsgespräche mit der Lenk AG aus dem Schwarzwald geplatzt.

Sorgen bereitet dem Betriebsrat, dass es M-Real mit Ausnahme des Verkaufs der PM5 in Düren an die Konzernschwester Metsä Tissue bislang weder im Werk Reflex noch in Bergisch-Gladbach gelungen ist, einen Käufer im Rahmen der anvisierten Papierpark-Konzepte zu finden.

Und die Zeit drängt. Noch Mitte Oktober hatte M-Real-Geschäftsführer Heikki Husso gegenüber der DZ das Ziel der Finnen bekräftigt, sich bis zum Jahresende aus dem Dürener Werk zurückziehen zu wollen. „Informationen über einen Zeitplan haben wir keine”, erklärt Werres. „Unsere Kollegen aber wollen endlich Gewissheit, wie ihre Zukunft aussieht.”
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