Sporter des Jahres Freisteller Sportlerwahl Sportlergala Freisteller

Wilm Lürken: „Ein Schlag gegen den Aachener Karneval”

Von: Achim Kaiser
Letzte Aktualisierung:
Wollgarten  Rüttgers
AKV-Präsident Horst Wollgarten und Ritter Jürgen Rüttgers.

Aachen. „Das ist eine Schweinerei. Das Publikum kann doch nun wirklich nichts dafür.” Der waschechte Karnevalist Hans Mommer war am Freitag außer sich, als er von den „Nachrichten” über die Absage der AKV-Open-Air-Sitzung informiert wurde.

Mit seinen beiden Kollegen Günter Kaussen und Peter Winands sollte der Öcher am Samstagvormittag bei dem traditionellen närrischen Treiben auf dem Aachener Holzgraben auftreten. Aber der Auftritt seiner Gesangs- und Musikgruppe „De Köllepööetzer” fällt überraschend aus.

Auch die „Jonge vajjen Beverau” äußern ihr Bedauern darüber, dass sie bei der volksnahen Veranstaltung nicht wie geplant auf der Bühne stehen. „Ich finde es schade für die Menschen, die sich darauf gefreut haben, und auch für den Aachener Prinzen Dirk IV., dass er sich nicht öffentlich präsentieren kann”, sagt Frank Prömpeler.

Wortkarger AKV-Präsident

Aus dem Prinzen-Umfeld gab es keinen Kommentar dazu, nur so viel von Hofmarschall Gustl Brammertz: „Ich führe den Prinzen und den Hofstaat durch den Karneval, mehr kann ich dazu nicht sagen.”

Ebenso wortkarg gab sich am Samstag AKV-Präsident Horst Wollgarten im Telefonat mit den „Nachrichten”: „Über die Pressemitteilung hinaus gibt es nichts zu sagen.” Punkt. Sein Befinden sei „umständehalber gut”. Was er mit umständehalber meint, wollte er in dem kurzen Gespräch nicht erläutern. Um so deutlicher ist in dem AKV-Schreiben formuliert, dass wegen der nach Meinung des AKV-Elferrats zu kritischen lokalen Berichterstattung über die Ordensverleihung die Veranstaltung in Aachen abgesagt wurde: Denn der AKV will „zum jetzigen Zeitpunkt keine Plattform” mehr bieten, „dieses Verhalten fortzusetzen”. Schließlich habe die „einseitige, bewusst verzerrende und durchweg tendenziöse Berichterstattung auf lokaler Ebene gegen den Verein” durch die bundesweite Verbreitung im Internet „zu einem mehr als erheblichen Imageschaden mit durchaus negativen wirtschaftlichen Auswirkungen” geführt.

Für Wilm Lürken, den Präsidenten des Ausschusses Aachener Karneval (AAK), ist „diese völlig überzogene Reaktion auf die Kritik nicht nachvollziehbar”. Der Imageschaden für den Aachener Karneval sei viel größer als der angeblich durch die lokale Pressekritik entstandene bundesweite Imageschaden für den AKV, sagt der Chef des Aachener Karnevals: „Das ist ein Schlag gegen den Aachener Karneval und den Jubiläumsprinzen, der im Jahr des 100-jährigen Bestehens der Prinzengarde weder im TV noch am Holzgraben zu sehen war beziehungsweise ist.” Auch Markus Bongers, Kommandant der Prinzengarde, findet es „traurig”, dass das närrische Treiben am Holzgraben ausfällt: „Dass diese Gründe vorgeschoben werden, macht es nicht besser.

Und auch René Lambert von „De Originale” ist maßlos enttäuscht über den kurzfristigen Ausfall und die damit verbundene Absage des „Originale”-Auftritts: „Sollte die Absage tatsächlich darin begründet sein, dass der AKV hiermit zum Boykott gegenüber der lokalen Presse aufruft, fällt es mir schon schwer, dafür Verständnis aufzubringen.”
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert