Aachen - Wieder eine Demo nach rechter Attacke

Wieder eine Demo nach rechter Attacke

Von: mik/mh
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Rund 50 Antifaschisten haben am Samstagabend nach einem rechten Überfall auf die Linksjugend spontan gegen Neonazis demonstriert. Foto: Klarmann

Aachen. Kaum 24 Stunden nach einer Kundgebung gegen rechte Umtriebe am vergangenen Freitag ist es am Samstagnachmittag in der Innenstadt zu einer heftigen Auseinandersetzung zwischen Linken und mutmaßlichen Neonazis gekommen. Dabei wurden fünf polizeibekannte Rechtsextreme vorübergehend in Gewahrsam genommen.

Am Abend formierte sich eine neuerliche, spontane Demonstration gegen neonazistische Gruppen. Bereits gegen 12.45 Uhr war der Polizei gemeldet worden, dass eine Gruppe von 15 bis 20 Vertretern des rechten Spektrums in unmittelbarer Nähe eines SPD-Infostands am Elisenbrunnen Flugblätter verteilte, mit denen sie auf zwei offenkundig fremdenfeindliche Aufmärsche am Osterwochenende in Stolberg aufmerksam machen wollte. Beamte stellten die Personalien von vier Männern fest, die sie dort noch antrafen - allesamt waren laut Polizeisprecher Karl Völker als rechte Aktivisten bekannt.

Beherzte Passanten greifen ein

Dem Platzverweis der Polizei kam das Quartett zwar zunächst nach. Doch kurz darauf kam es zu weiteren, zunächst verbalen Auseinandersetzungen zwischen den Rechtsextremen und Vertretern der Linksjugend, die in der Adalbertstraße einen Infostand aufgebaut hatten. Wenige Minuten später griffen gegen 13.20 Uhr mehrere Neonazis die Linken an. Zeugen zufolge versprühten sie Pfefferspray und schlugen zwei Personen gegen den Kopf. Beide wurden leicht verletzt.

Wie die Polizei bestätigte, gelang es einem zufällig anwesenden Polizisten in Zivil, einen der Angreifer zu stellen. Beherzte Passanten verhinderten, dass vier weitere Rechte flüchteten. Kurz darauf wurden alle fünf in Gewahrsam genommen. Mit richterlicher Bestätigung verblieben sie dort bis 20 Uhr.

Aus Protest gegen neuerliche Neonazi-Gewalt - zwei Jahre nach dem Überfall von rund 40 Rechtsextremen auf eine Demo - versammelten sich am Abend schließlich rund 50 Antifaschisten auf dem Markt. Gegen 20.45 Uhr zogen sie lautstark, aber friedlich und ohne weitere Störungen über die Pontstraße, zurück zum Markt und bis zum Bushof. Ein Redner kritisierte, die „Liste von Naziangriffen” auf Linke und Antifaschisten oder Personen, die von Neonazis als Gegner eingeordnet würden, werde in der Region „immer länger”.

Ein weiterer Zwischenfall hatte sich zudem bereits gegen 14.10 Uhr am Bahnhof ereignet. Von dort zog eine Gruppe schwarz gekleideter Personen, die offensichtlich dem linken Spektrum angehörten, Richtung City. Nachdem sie am Bahnhof ein Auto beschädigt hatten, nahm die Polizei zwei der Täter in unmittelbarer Nähe fest.

Sechs weitere Personen, die zunächst hatten flüchten können, wurden kurz drauf ebenfalls überprüft. Bei ihnen stellten die Beamten unter anderem einen Elektroschocker, drei Reizstoffflaschen sowie pyrotechnische Gegenstände sicher. Gegen sie wurden Strafanzeigen wegen Verstoßes gegen das Waffengesetz und Sachbeschädigung gestellt.
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