Aachen - Wie Baustellen besser geplant werden könnten

Wie Baustellen besser geplant werden könnten

Von: Verena Müller
Letzte Aktualisierung:

Aachen. Die Kommune erneuert die Fahrbahndecke, drei Wochen später wird die Straße wieder aufgerissen, dieses Mal vom Kabelnetzbetreiber. Völlig unnötig, teuer und für die Anwohner eine Geduldsprobe.

Mit dem Projekt Simokim (Sicheres und mobiles kommunales Infrastrukturmanagemnt) soll genau das verhindert werden. Es soll nicht nur die Abstimmungsprozesse der Akteure, die für Kanalisation, Stromversorgung, Fahrbahndecke, Telefonleitungen, Beleuchtung oder Sitzbänke zuständig sind, verbessern, sondern auch dem Bürger von Nutzen sein.

Zwei Millionen Euro hat das NRW-Wirtschaftsministerium für die Entwicklung der Software zur Verfügung gestellt, drei Jahre betrug die Laufzeit des Projekts, an dem die RWTH Aachen, die Regio IT Aachen GmbH und die Utimaco Safeware AG beteiligt sind. Am Mittwoch wurden die Ergebnisse im Bernhard-Walke-Haus, am Lehrstuhl für Kommunikationsnetze der RWTH Aachen, vorgestellt.

In Monschau wird das Programm seit vergangener Woche getestet. Hat etwa ein Bürger ein Schlagloch gesehen, kann er das direkt in eine Maske auf der Internetseite eingeben, auf einer Karte die Stelle einzeichnen und - wenn er möchte - seine Kontaktdaten hinterlassen.

„Den Bürger interessiert es nicht, wer für das Problem zuständig ist. Das muss er ja auch nicht wissen”, sagt Projektleiter Rolf Mosemann. Für den Bürger käme es nur darauf an, dass das Problem behoben wird. Das Programm weißt die Mitteilung der zuständigen Behörde zu, es kann aus der Mängelliste sogar eine Route für die Behördenmitarbeiter anlegen. Außerdem sollen sich etwa Aufofahrer informieren können, wie sie am schnellsten durch die Innenstadt kommen, welche Parkhäuser frei sind, ob Straßenfeste oder andere Großveranstaltungen stattfinden. Für Bundesstraßen und Autobahnen gibt es ja bereits Informationssysteme, etwa von Straßen NRW.

Die Akteure, die für die Straßeninfrastruktur zuständig sind, haben noch viel weitreichendere Möglichkeiten als der Bürger: Sie können Pläne einstellen, wann wo gebaut wird und sich abstimmen. „Das war sicherlich der aufwendigste Teil des Projekts: die Zugangsrechte für die jeweiligen Nutzer so zu regeln, dass das System sicher ist”, sagt Mosemann. Sprich: dass keiner Sachen einstellen oder lesen kann, für die er keine Berechtigung hat. Auch dass die einzelnen Datenbanken auf ganz unterschiedlichen Techniken basieren, sei eine Herausforderung gewesen.

Jetzt ist die Frage, ob die Software auch Abnehmer findet. Mosemann ist sich sicher: „Auf den Straßen wird ein Vermögen verbuddelt”, da gebe es also auch viel zu sparen. Außerdem hätten viele Parteien ein Interesse an der Zufriedenheit der Bürger und Kunden. Wie viel das Programm kosten wird, steht noch nicht fest.
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