Weniger Menschen bei Ostermärschen in NRW

Von: dpa
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Dortmund/Jülich. Etwas weniger Menschen als im Vorjahr sind an den Feiertagen bei den Ostermärschen der Friedensbewegung in Nordrhein-Westfalen auf die Straßen gegangen.

In Jülich zogen am Montag nach Angaben eines Sprechers des Bundesverbandes Bürgerinitiativen Umweltschutz (BBU) rund 150 Demonstranten zum ETC-Gelände (Enrichment Technology Company Limited) und forderten Ausstieg aus der Atomenergie. Dabei ging es auch um den Streit um mögliche Transporte von Castor-Behältern aus dem Zwischenlager in Jülich in das Münsterland.

Hunderte protestierten in Düsseldorf, im Ruhrgebiet und im Münsterland gegen Krieg und Gewalt. Im vergangenen Jahr sei die Betroffenheit in der Bevölkerung auch wegen der Fukushima-Katastrophe noch größer gewesen, sagte ein Sprecher des Netzwerks Friedenskooperative in Bonn.

„Das schlechte Wetter war sicher auch ein Faktor.” Teilnehmerzahlen nannte das Netzwerk nicht. Gemeinsam forderten die Initiativen das Aus für Atomanlagen, das Verbot von Rüstungsexporten und ein konsequentes Vorgehen gegen Rechtsextremismus.

Mit der letzten Etappe von Bochum nach Dortmund ging am Ostermontag der dreitägige Ostermarsch Ruhr zu Ende. Bei der Tour, die am Karsamstag in Duisburg gestartet war, hatten nach Angaben der Veranstalter mehr als tausend Menschen mitgemacht. Die zweite Etappe des Ostermarsches von Essen nach Bochum hatten die Teilnehmer am Samstag auf dem Fahrrad zurückgelegt. Der Marsch stand in diesem Jahr unter dem Motto „Ja zur zivilen Lösung der Zukunftsprobleme - Nein zu Krieg, Atomrüstung und innerer Militarisierung - nein zur NATO”.

In Köln trafen sich am Ostersonntag rund 60 Motorradfahrer unter dem Motto „Give Peace a Chance!” zu einer Tour durch die Stadt. Die „Friedensfahrt” endete am Dom. In Düsseldorf ging am Samstag ein kurzer Marsch zum Rathaus, wo nach Angaben der Veranstalter Reden vor mehreren hundert Menschen stattfanden.

Bei den Kundgebungen kritisierten Friedensinitiativen auch das von Israel verhängte Einreiseverbot für Günter Grass. Es sei eine „unsouveräne Reaktion” auf das umstrittene Gedicht des Literaturnobelpreisträgers, erklärte das Netzwerk Friedenskooperative. Damit werde verhindert, dass sich Grass Streitgesprächen etwa an Universitäten im Land stellen könne.

Atomgegner demonstrierten vor der Urananreicherungsanlage im münsterländischen Gronau. Am Ostermontag trafen sich nach Angaben eines Sprechers des Bundesverbandes Bürgerinitiativen Umweltschutz (BBU) 200 Menschen zu einem Anti-Atomkraft-Ostermarsch in Jülich. Dabei ging es auch um den Streit um mögliche Transporte von Castor-Behältern aus dem Zwischenlager in Jülich in das Münsterland. „Die Gefahr, dass die Transporter nach Ahaus rollen, ist noch nicht gebannt”, sagte BBU-Vorstand Udo Buchholz, und kündigte weitere Proteste an. In Havixbeck im Münsterland machten Atomgegner einen Spaziergang unter dem Motto „Unsere Zukunft atomwaffenfrei.jetzt”.

Ostermärsche gibt es in Westdeutschland seit 50 Jahren. Sie entstanden 1960 nach britischem Vorbild und etablierten sich als politische Protestaktion der Friedensbewegung gegen Atomwaffen.

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