Venlo - Welt-Gartenbauausstellung: Ein halb bebautes Heim für Blumenbeete

Welt-Gartenbauausstellung: Ein halb bebautes Heim für Blumenbeete

Von: Verena Müller
Letzte Aktualisierung:
Überall wird noch gebaut: Im
Überall wird noch gebaut: Im April 2012 wird die Welt-Garten-Expo „Floriade” in Venlo eröffnet. Der Innova-Turm bleibt allerdings für Besucher verschlossen. Er ist Fachpublikum und Medien vorbehalten. Foto: vm

Venlo. Noch riecht es in Venlo eher ländlich, es riecht, nun ja, nach Kuh. Traktoren drehen eine Runde nach der nächsten, der Wind weht trockene Blumenerde in dunklen Wolken über die Stelle, an der nächstes Jahr der Eingang zur Floriade sein wird.

Beim Rundgang über das 66 Hektar große Gelände mag man kaum glauben, dass in sieben Monaten alles fertig sein soll: die Blumenbeete, die Pavillons der 40 angekündigten Nationen, das Kulturprogramm.

Bislang ist die grobe Bepflanzung abgeschlossen, außerdem stehen die zwei dauerhaften Gebäude, der Innova-Turm und die Villa Flora. Aber auch dort sind noch Bauarbeiter zugange. Kreissägenlärm und Hämmern sind beim Vorbeigehen zu hören. Zwischen dem 5. April und dem 7. Oktober sollen die Besucher stattdessen mit Blaskapellenmusik begrüßt werden, sollen durch duftende Kräutergärten wandern, sollen seltene Blüten bestaunen können.

Hobbygärtner sollen sich über Neuigkeiten informieren können und Anregungen sammeln, Fachpublikum netzwerken. Die Themenbereiche lauten „Wellness und Gesundheit”, „Nachhaltigkeit” - so ist etwa der Innova-Turm das erste CO2-freie Gebäude der Niederlande -, „Bildung und Innovation” und „Lebensqualität”. Das Amphitheater und der Boulevard sind Kulturveranstaltungen vorbehalten. Zwei Millionen Besucher sollen damit erreicht werden, davon 40 Prozent deutsche und 40 niederländische.

„Ein Erlebnis verkaufen” will Floriade-Geschäftsführer Paul Beck, „und nicht nur eine Gartenbauausstellung”. Damit sollte er sich auskennen, schließlich war er früher der Direktor des Freizeitparks Efteling. Wesentlicher Pfeiler scheint deshalb das Kulturprogramm zu sein. „An 180 Tagen, sieben Tage die Woche”, sagt Floriade-Verkaufsleiterin Silke Schnock, würden Künstler auftreten. Auch regionale Besonderheiten, etwa die Küche, würden dabei berücksichtigt. Die Messe „Food & Wine” werde auf dem Gelände abgehalten - und den Programmpunkt „Oktoberfest” gibt es auch. Unter „Kuriosem” ist beispielsweise ein Künstler zu finden, der über die gesamte Dauer der Welt-Garten-Expo in einem Baumhaus lebt, das wie ein riesiger Cocon aussieht.

Mit dem NRW-Ticket nach Venlo

Alle zwei Jahre findet die Floriade statt, alle zehn Jahre in den Niederlanden. Rund 210 Millionen Euro kostet die Ausrichtung. Zum Vergleich: Die Bundesgartenschau in Koblenz kostet 102 Millionen Euro. Jeweils 25 Millionen kosten in Venlo alleine Innova-Turm und die Villa Flora, 60 Millionen fließen in die Infrastruktur: Die Innenstadt wird verschönert, die Autobahn verlegt und eine Brücke über die Schnellstraße gebaut.

25 Prozent der Kosten tragen der Veranstalter - die Regio Venlo -, die Provinz Limburg und das Königreich der Niederlande. 15 Millionen kommen durch Sponsoring zusammen, außerdem ist das Gelände laut Beck schon verkauft und die Nachnutzung der Gebäude ebenfalls geregelt.

Für die Dauer der Floriade wird Venlo in den Verkehrsverbund Rhein Ruhr (VRR) eingemeindet, das NRW-Ticket ist dann also bis über die Grenze gültig. Zwischen Bahnhof und Messe wird es Shutt- le-Busse geben. Die seien übrigens jetzt schon unterwegs, sagt Beck, „direkt vor meiner Haustür”. Aber nicht zum Messegelände, sondern zu Efteling führen die mit Floriade-Werbung beklebten Busse. Das sei dann doch etwas befremdlich.

Wer hat den schönsten Garten in NRW?

Schon vor dem Start der Floriade gibt es den Fotowettbewerb „Die schönsten Gärten Nordrhein-Westfalens”, zu dem alle Hobbygärtner aufgerufen sind. Noch bis zum 31. August können Fotos eingesandt werden. Neben Sachpreisen werden Eintrittskarten für die Floriade verschenkt. Außerdem werden die Gewinnerbilder auf der Floriade gezeigt.

Karten für die Floriade können ab Oktober reserviert werden. Eine Dauerkarte kostet 119 Euro, Senioren ab 65 Jahren zahlen 99, Kinder bis zwölf Jahre 59 Euro. Die Tageskarte beläuft sich auf 25 Euro (ermäßigt 12,50 Euro). Kinder, die mit der Schulklasse kommen, zahlen jeweils sechs Euro.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert