Wassenberger Betrug: Zweites Rentnerpaar abgezockt

Von: Wolfgang Schumacher
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Aachen. Im Fall des Wassenberger Betrugs- und Mordfalles, für den sich drei Angeklagte aus der Region vor dem Aachener Schwurgericht verantworten müssen, gibt es eine zweite geschädigte Familie aus Bornheim bei Bonn.

Am Freitag berichtete der 89-jährige ehemalige Landwirt Matthias D., wie der wegen Mordes und schweren Betruges angeklagte Wassenberger Antiquitätenhändler Janosch S. (66) auch ihn und seine 77 Jahre alte Ehefrau Margarethe D. mit fadenscheinigen Versprechungen finanziell über den Tisch gezogen hatte.

Wie bereits bei den beiden Brüder einer anderen Familie aus dem Bonner Raum, die dann am Ende zur Zielscheibe eines Mordkomplottes wurden, steht auch hier der Verlust großer Vermögenswerte in Rede. Der 89-Jährige kam zwar am Gehstock, doch geistig war der Landwirt im Ruhestand absolut fit.

„Da kam eines Tages ein Teppichhändler. Der hat ein Geschäft in Mönchengladbach“, erinnerte sich der Zeuge sehr gut an die Anfänge der zweiten großen Betrugsstory in diesem Prozess. Jener Händler war ein Verwandter aus der weitläufigen Familie des Angeklagten, der vor der Annahme des Namens seiner Ehefrau Janosch Frolian hieß. Frolian war in den 1990er Jahren wegen eines Millionen-Betruges zu einer 13-jährigen Haftstrafe verurteilt worden.

Der habe ihm den wegen Mordes angeklagten Janosch S. nach Bornheim geschickt. Der erschlich sich in der Folgezeit wie auch im Fall der anderen Familie aus Wachtberg bei Bonn das Vertrauen der Eheleute D. durch teilweise abstruse Geschäftsversprechen.

„Warum haben sie denn das viele Geld diesem Mann anvertraut?“, wollte der Vorsitzende Richter Arno Bormann wissen. Ratloses Schulterzucken. Nach und nach habe er, sagte der Zeuge, der zeitweilig sogar im Aufsichtsrat einer Volksbank gesessen hatte, sein Barvermögen von um die 750.000 Euro an Janosch S. ausgezahlt, von dem das Ehepaar jetzt in etwa die Hälfte wieder zurück bekommen hätte.

Janosch S. habe ja hohe Zinsen versprochen und sogar Sicherheiten angeboten. Doch zu den versprochenen Eintragungen ins Grundbuch kam es nie. Als er sich geweigert habe, noch einen Kredit über 100.000 Euro für den Antiquitätenhändler aufzunehmen, habe dieser mit sofortiger Einstellung ihrer Geschäftsbeziehungen gedroht.

Das wäre vielleicht ein Segen für die Familie gewesen. Anders als im Fall der weiteren Geschädigten, darunter der Wassenberger Arzt, der knapp einen Mordversuch des Trios überlebte, soll laut Matthias D. regelmäßig der Sohn von Janosch S. bei den Betrügereien zugegen gewesen sein. Sohn Georg S. habe „alle Verträge und Quittungen unterschrieben“. Der Prozess geht am 16. September weiter.

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