Aachen - Viele Praxen stehen bald leer: Landärzte gesucht

Viele Praxen stehen bald leer: Landärzte gesucht

Von: Stefan Herrmann
Letzte Aktualisierung:
Landarzt
Gehen dem Gesundheitssystem die niedergelassenen Ärzte aus? Die Befürchtung steht im Raum, die Zahlen der Kassen lassen Ähnliches vermuten. Foto: ddp

Aachen. Hängen in den ländlichen Gebieten rund um Heinsberg und in den Eifelgemeinden bald Steckbriefe an den Bäumen: „Gesucht: Ärzte auf dem Land”? Ein Szenario, das, glaubt man den Experten, mehr und mehr an Konturen gewinnt.

Ein Drittel der Hausärzte werden in den nächsten zehn Jahren ihre Praxen aufgeben. Das trifft besonders die Bevölkerung abseits der Ballungszentren. Wie man dieser und anderen Entwicklungen im Medizinsektor begegnen kann, diskutieren noch bis Freitag Experten bei der „Woche der Gesundheitswirtschaft in der Gesundheitsregion Aachen” im Technologiezentrum am Aachener Europaplatz.

Die perfekte Lösung, um die Versorgungssicherheit gerade auf dem Land in Zukunft zu gewährleisten, gibt es laut Dr. Bernhard Ziemer nicht. Der Leiter der Abteilung Gesundheit im Kreis Euskirchen stellte aber einige Ansätze vor, um dem Hausärzteschwund entgegenzuwirken. So arbeiten im Kreis Euskirchen niedergelassene Ärzte und Krankenhäuser zusammen in einem Weiterbildungsverbund, um Medizinstudenten und junge Ärzte auf ihrem Weg hin zum Hausarzt besser zu unterstützen. Der Bereich „Allgemeinmedizin” wird im Rahmen des Studiums bisher nämlich laut Ziemer eher stiefmütterlich behandelt.

Auch die Kommunal- und Regionalverwaltungen stehen in der Pflicht. Bis zu 70 Prozent eines Medizinstudentenjahrgangs sind mittlerweile weiblich. Um die Arztstelle auf dem Land gerade für junge Medizinerinnen attraktiv zu gestalten, muss eine bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie geschaffen werden, fordern die Experten.

Das grundlegende Problem, das gibt Bernhard Ziemer zu, werde damit jedoch nicht gelöst. Bis 2020 werden bundesweit 80.000 neue Ärzte gebraucht, jedoch in dieser Zeit nur 40.000 ausgebildet. Das trifft dann auch die Region. Der Fachkräftemangel ist die Achillesferse der an sich wachsenden Gesundheitsbranche.

Im Klartext bedeutet das vor Ort: „Die Einzelkämpferpraxis auf dem Land ist out”, sagt Ziemer. Gemeinschaftspraxen befinden sich auf dem Vormarsch. Das kann für den Patienten letztlich längere Wege bedeuten.
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