Mainz/Aachen - Viele Hinweise auf Aachener Feuerteufel

Viele Hinweise auf Aachener Feuerteufel

Von: Claudia Schweda
Letzte Aktualisierung:

Mainz/Aachen. Vier Brände an vier Orten in Deutschland, viermal die gleiche DNA-Spur und jetzt auch Hinweise auf einen jungen Mann, der möglicherweise an all diesen Orten zu genau den Zeiten der Brandstiftungen gewesen sein soll - mindestens zweimal in Aachen-Brand. Die ZDF-Sendung „Aktenzeichen XY... ungelöst” hat sich am Mittwochabend mit dem Feuerteufel beschäftigt.

Nun können die Ermittler ihre Nachforschungen intensivieren. Ein Anrufer im Studio hat nach Angaben des ZDF die Ermittler auf die Spur eines Mannes gesetzt, auf den das Bewegungsprofil passen soll.

Der zehnminütige Film, den das ZDF zeigt, beginnt dort, wo auch die Serie der Brände beginnt: auf der Insel Langeoog. Dort wird am Ende der NRW-Sommerferien 2010, am 27. oder 28. August, ein Feuer im Cockpit einer Cessna gelegt. Der Täter klaut ein Rettungsfloß und zwei Seenotraketen, verletzt sich aber an den Scherben einer Bierflasche. Anhand des Blutes wird die DNA des mutmaßlichen Täters gesichert. Das gelegte Feuer war von selbst erloschen.

Drei Wochen später, am 21. September, versucht der Feuerteufel, in der Gesamtschule Aachen-Brand einen Spind in Brand zu setzen. Es bleibt beim Versuch. Doch auch hier wird dieselbe DNA gesichert. Genauso wie wenig später am 12. Oktober, dem Beginn der NRW-Herbstferien. Der Täter schlägt in Hamburg-Othmarschen zu: Er klemmt eine Weste in den Fensterladen einer Villa und zündet sie an. Im Haus befindet sich eine ältere alleinstehende Dame. Auch dieses Feuer erstickt von selbst.

Nur vier Tage später wird erneut in der Aachener Gesamtschule - diesmal in der Turnhalle - der wohl folgenreichste Brand dieser Serie gelegt. Die Turnhalle ist über Monate unbenutzbar, muss komplett saniert werden. Es entsteht ein Schaden von etwa zwei Millionen Euro. Doch die Ermittler stellen den Abdruck einer Schuhsohle mit Segelmotiven sicher. Der Abdruck lässt sich einem Segelschuh zuordnen, der bei H&M verkauft wird. Der Schuh wird ebenso im ZDF-Studio gezeigt wie die angekokelte Weste der Marke SOliver, die im Fensterladen in Hamburg klemmte. Nicht thematisiert wird ein Brand in der Turnhalle einer Grundschule - ebenfalls in Aachen-Brand - nur zwei Wochen später. Ob er ebenfalls auf das Konto der Täter geht, ist unklar. Dort wurde keine DNA gefunden.

Über fünf Millionen Zuschauer sehen am Mittwoch, wie der Aachener Kriminalhauptkommissar Ralf Küpper an die Zuschauer appelliert, sich zu melden, wenn sie jemanden kennen, auf den die Hinweise zutreffen. Moderator Rudi Cerne ergänzt: „Brandstiftung ist alles andere als ein Dumme-Jungen-Streich.” Ihre Appelle haben Erfolg: Mehrere Dutzend Hinweise gehen nach Angaben von Polizeisprecher Paul Kemen im ZDF-Studio sowie bei der Aachener Polizei per Mail und Telefon ein. Zum Vergleich: Als die ZDF-Sendung den Fall des ermordeten Erkelenzer Augenarztes aufgegriffen hatte, gingen genau 20 Hinweise ein.

Am Morgen nach der Sendung wird wegen der diesmal unerwartet großen Resonanz das bereits zusammengestellte Team deswegen kurzerhand auf vier bis sechs Ermittler vergrößert, die sich nun zunächst voll auf diese Brandstiftungen konzentrieren sollen. Laut Kemen habe es vor allem „interessante Hinweise” darauf gegeben, wer sich genau zu den angegebenen Zeiten an diesen Orten aufgehalten haben könnte.
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