Viele Fragen, aber Stadt hilft der Alemannia

Von: Stephan Mohne und Robert Esser
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Aachen. Fragen über Fragen hatten die Politiker. Was ist mit dem Geld aus dem Transfer für Lewis Holtby? Was ist mit der Zuschauerkalkulation für die kommende Saison? Sind 20.000 Fans pro Spiel wirklich realistisch? Was kann in nächster Zukunft noch kommen?

Und alle Fragen waren letztlich Indizien für die enormen Bauchschmerzen, die der Aachener Stadtrat mit einer millionenschweren Hilfe für die finanziell am Abgrund stehende Alemannia hat. Von einer tiefen Vertrauenskrise zwischen Stadt und Klub war die Rede.

Kurz nach 23 Uhr stieg dann aber doch weißer Rauch über dem Aachener Rathaus auf. Einstimmig bei zwei Enthaltungen votierte der Rat für eine „Patronatserklärung”, die unter anderem eine Bürgschaft über drei Millionen Euro für dieses und eine weitere für 2011 über 2,5 Millionen Euro enthält. Damit kann sich der Klub frisches Geld in Form von Krediten besorgen, um die drohende Insolvenz abzuwenden.

„Jetzt ist der Weg frei für die Sanierung. Neben dem dazu notwendigen sportlichen Erfolg ist ein wesentlicher Punkt die Treue der Fans. Jede verlängerte oder neu gekaufte Dauerkarte für den Tivoli ist jetzt wichtiger denn je”, zeigte sich OB Marcel Philipp in einer ersten Reaktion anschließend erleichtert. Die „Patronatserklärung” ist indes an Bedingungen geknüpft. Die Stadt will als Sicherheit Anteile an der Stadion GmbH treuhänderisch übernehmen.

Bessere Kontrolle

Die Politik betonte, dies sei die letzte Hilfe in dieser Form, der Fußball-Zweitligist müsse seine Schuldenprobleme, die durch den Bau des neuen Stadions entstanden sind, in den Griff bekommen. Auch soll es eine bessere Kontrolle der Finanzen geben. Die noch am Mittwoch eingereichten Zahlen zur Liquidität hielten der Analyse von Wirtschaftsprüfern, die im Auftrag der Stadt alles unter die Lupe nahmen, dem Vernehmen nach stand.

Stille Demonstration der Alemannia-Fans

Knapp 150 Alemannia-Fans sind gestern Abend für immerhin 15 Minuten quer durch Aachen zum Rathaus gezogen, um für eine Unterstützung des finanziell angeschlagenen Zweitliga-Teams zu werben. Als die Politik drinnen über millionenschwere Bürgschaften abstimmte, hatte sich die Versammlung auf dem Markt allerdings längst aufgelöst.

Unbeteiligten Passanten dürfte sich der Grund des Aufmarschs der in schwarz-gelbe Vereinsfarben gehüllten Gruppe ohnehin nicht erschlossen haben, da auf Transparente und das Skandieren von Parolen verzichtet wurde. Die Polizei meldete keine Zwischenfälle.

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