Verscharrte Leiche im Autobahnkreuz: Mord aufgeklärt

Von: Frank Christiansen, dpa
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Mord AK Neuss
Mit dem Foto des Autos eines ermordeten Mannes in Neuss suchte die Polizei nach Hinweisen auf die Tat. Ein Verkäufer in einem Autohaus in Neuss soll die Anzahlung eines Kunden unterschlagen und den Käufer dann ermordet haben, damit die Tat nicht auffliegt. Der verschuldete 29-jährige Familienvater habe die Tat weitgehend gestanden, berichteten Polizei und Staatsanwaltschaft am Donnersta. Ein Richter erließ Haftbefehl wegen Mordes. Das Verbrechen kam ans Licht, weil der Mann die Leiche im Autobahnkreuz Neuss-Süd nicht tief genug vergrub und ein Bauarbeiter eine Hand aus dem Erdreich ragen sah. Foto: dpa

Neuss. Ein Verkäufer in einem Autohaus in Neuss hat gestanden, einen Kunden umgebracht und seine Anzahlung unterschlagen zu haben. Gegen den verschuldeten 29-jährigen Familienvater aus Dormagen sei Haftbefehl wegen Mordes erlassen worden, berichteten Polizei und Staatsanwaltschaft am Donnerstag.

Das Verbrechen kam erst Monate später ans Licht, weil der Autoverkäufer die Leiche seines Kunden im Autobahnkreuz Neuss-Süd nicht tief genug verscharrte und ein Bauarbeiter eine Hand aus dem Erdreich ragen sah.

Der 57-jährige schwer kranke Frührentner habe einen 20 000 Euro teuren Neuwagen schon im vergangenen Jahr bestellt und 9500 Euro angezahlt, die in den Büchern des Autohauses aber nicht auftauchten. Wochenlang soll der Verkäufer den Kunden dann hingehalten haben, obwohl der Wagen längst eingetroffen war. Als der 57-Jährige die Geduld verlor, habe der Verkäufer den Mann Mitte Januar in unmittelbarer Nähe des Autohauses umgebracht und die Leiche mit einem Auto weggeschafft. „Er hatte Angst, seinen Arbeitsplatz zu verlieren, wenn die Unterschlagung herauskommt”, sagte der Leiter der Mordkommission „Gebüsch”, Markus Dreisewert.

Weder Kollegen noch Firmenleitung hätten von dem Verbrechen etwas mitbekommen, berichteten die Ermittler am Donnerstag. Wochenlang soll der Verkäufer die Leiche dann von Versteck zu Versteck transportiert haben, bevor er auf Idee kam, sich des Toten im Autobahnkreuz für immer zu entledigen.

Erst vor fünf Wochen wurde die Leiche des 57-Jährigen entdeckt, weil ein Arbeiter sich während einer Pause in einem Waldstück über sehr viele Fliegen wunderte und dann das Leichenteil erblickte. „Die Grube war einfach zu klein”, berichtete Dreisewert.

Das alte Auto des Toten wurde erst am Mittwoch am Dortmunder Hauptbahnhof entdeckt. Ein Bekannter des Autoverkäufers soll vergeblich versucht haben, den Wagen zu verkaufen. Das Opfer war ledig und schwer krank, hatte keine Kinder und lebte zurückgezogen. Erst am 14. Februar hatten Verwandte den gelernten Elektromeister als vermisst gemeldet. Die Leiche im Wald trug eine Jacke, in der noch mehrere tausend Euro Bargeld steckten.
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