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Unwetter trifft die Ärmsten hart

Von: Manfred Kutsch
Letzte Aktualisierung:
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Da war die Welt des Projektes „Fundacao Pavel” im verarmten Norden Brasiliens noch in Ordnung: Klaus Pavel mit zwei der Schützlingen, die in der Hilfsmaßnahme Obhut finden. Foto: privat

Aachen. Aus dem verarmten Norden Brasiliens erreicht uns ein Hilferuf von Gudrun und Klaus Pavel, dem brasilianischen Konsul und Präsidenten des Aufsichtsrates des Aachen-Laurensberger Rennvereins (ALRV) und seiner Ehefrau.

„Ein in dieser Form nie da gewesenes Unwetter hat große Teile der Infrastruktur des sozialen Projektes unserer Familie zerstört”, berichten die beiden.

Während Gudrun Pavel mit der Konsulats-Sekretärin Iva Engels vor Ort bei 40 Grad Hitze und hundert Prozent Luftfeuchtigkeit Aufräumarbeiten leistet und Kontakt zu den Hilfsbedürftigen hält, kümmert sich ihr Mann um finanzielle Mittel, das gemeinsame Hilfsprojekt zu retten: „Die Fortsetzung unserer Arbeit ist unter den derzeitigen Gegebenheiten unmöglich. Dennoch: Wir lassen uns nicht unterkriegen”, sagt der Konsul, der lange Zeit selber in Brasilien lebte.

„Gebe mir die Angel”

Das Sozialprojekt der Pavels wurde vor 17 Jahren im 15000 Einwohner-Ort Brarao de Grajau gegründet, einem besonders von Armut betroffenen Flecken Erde. Dort sowie im völlig unwegsamen Umfeld leben die Ärmsten der Armen.

„Die Fundacao Pavel versorgt nicht nur Neugeborene, ihre Mütter sowie Kleinstkinder”, berichtet der 71-Jährige.

Mehr noch: „Jugendliche erhalten eine handwerkliche Ausbildung, Erwachsene Grundkenntnisse im Bauwesen.” Darüber hinaus werden in Lehmhütten lebende Slumbewohner mit den nötigsten Lebensmitteln, Medikamenten sowie mit Kleidung ausgestattet.

Zudem machen die Pavels Angebote zur Existenzgründung unter dem Motto „Gebe mir die Angel und nicht den Fisch”. Sie gründeten einen Ziegenhandel, mit dem sie bedürftigen Familien je vier Ziegen und einen Bock zur Verfügung stellen. Damit wird zunächst die Ernährung sichergestellt (Milch, Fleisch, Käse).

Nach drei Jahren müssen die Familien fünf Ziegen aus der Reproduktion an die Stiftung zurückgeben, die dann wiederum verschenkt werden. Ziel der Hilfe zur Selbsthilfe ist es, „dass die Menschen weitgehend einen Beruf ausüben und ihren eigenen Lebensunterhalt bestreiten können”, sagt Pavel.

Das Unwetter zerstörte die komplette Infrastruktur des Projektes, von dem täglich viele hundert Hilfsbedürftige profitieren: „Alle in zehn Jahren angeschafften technischen Geräte wie Telefon, Fax, Computer, Elektromotoren, Pumpen, Generator, Ventilatoren, Maschinen und vieles mehr sind weitgehend unbrauchbar”, sagt Klaus Pavel. Die Gebäude sind zum Teil schwer beschädigt und kaum mehr nutzbar.

Verein „Freunde der Erziehungskunst”, Konto 7714827, Commerzbank Stuttgart, BLZ 60040071. Verwendungszweck: Brasilienaktion Pavel. Spendenquittungen werden zugestellt.

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