Köln - Unwetter lassen Flusspegel steigen: Köln wappnet sich für Hochwasser

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Unwetter lassen Flusspegel steigen: Köln wappnet sich für Hochwasser

Von: dpa
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Hochwasser
Um solchen Situationen vorzubeugen, hat die Stadt Köln Schutzmaßnahmen ergriffen. Foto: Henning Kaiser

Köln. Die heftigen Regenfälle durch Sturmtief „Burglind” lassen die Flusspegel in Nordrhein-Westfalen teils gefährlich steigen. Köln und andere Städte wappnen sich für ein drohendes Hochwasser. Die ersten Straßen am Rheinufer wurden bereits überschwemmt, die Schifffahrt läuft nur noch eingeschränkt.

Das Unwetter war am Mittwoch mit Orkanböen über NRW hinweggefegt, hatte Bäume entwurzelt und zu massive Behinderungen im Berufsverkehr geführt. Im südlichen Münsterland prallte ein Regionalzug gegen einen entwurzelten Baum und sprang aus den Schienen - verletzt wurde dabei niemand. Im Ruhrgebiet standen mehrere Straßen unter Wasser.

In Köln stand der Rheinpegel Mittwochmittag über 6,50 Metern - und damit gut 30 Zentimeter über der Hochwassermarke I, bei der Schiffe auf der 50 Kilometer langen Strecke zwischen Mondorf und Dormagen ihre Geschwindigkeit drosseln und immer per Funk für Anweisungen erreichbar sein müssen. Für die nächsten Tage erwartet das Hochwassermeldezentrum weiter steigende Pegelstände. Im Kölner Süden errichteten Einsatzkräfte Schutzwände, um das Wasser etwa aus dem Stadtteil Rodenkirchen herauszuhalten.

Am Montag könnte sogar die für den Hochwasserschutz der Kölner Altstadt wichtige Marke von 8,70 Metern erreicht werden. Schon bei einem Pegelstand über 8,30 Metern in Köln müsste der Schiffsverkehr komplett gestoppt werden. „Für die nächsten Tage wird viel Niederschlag vorhergesagt”, sagte eine Sprecherin der Hochwasserschutzzentrale. Ab Freitag will die Stadt Köln deshalb ihre „Große Hochwasserschutzzentrale” aktivieren und von dort aus das weitere Vorgehen koordinieren.

Katastrophenalarm bei 10,70 Metern

Wirklich gefährlich wird es in Köln aber erst bei noch höheren Pegelständen: Wenn der Rhein auf 10,70 Meter steigt, wird Katastrophenalarm ausgelöst. Dann schwappt Wasser über die mobilen Schutzwände einiger Stadtteile. In der berühmten Altstadt droht aber erst bei einem Rheinpegel über 11,00 Metern eine Überschwemmung.

Auch rheinabwärts in Düsseldorf rechnet man mit Hochwasser. Um eine möglichst lange Vorlaufzeit zu haben, beobachten die Verantwortlichen dort nicht nur den Wasserstand in der Stadt selbst, sondern vor allem den Stand im rheinland-pfälzischen Andernach. Dieser soll Prognosen zufolge am Donnerstag die Marke von sechs Metern überschreiten. Auch ein Wasserstand von sieben Metern sei in den nächsten Tagen möglich, teilte die Stadt auf Anfrage mit. Dann werden auch in Düsseldorf die ersten Schutzmaßnahmen ergriffen.

Auch viele kleinere Flüsse können in den nächsten Tagen über die Ufer treten. In Altena überschwemmte die Lenne am Mittwoch bereits Teile der Innenstadt. An Sieg und Ruhr überschritten erste Pegel den Wert der sogenannten Informationsstufe 1. Bei dieser Stufe werden Wiesen und Felder überschwemmt, Häuser sind aber noch nicht in Gefahr. In Solingen wurden Sandsäcke gefüllt, falls die Wupper über die Ufer treten sollte. In Plettenberg schützte die Feuerwehr mit Sandsäcken ein Gewerbegebiet vor dem Wasser des eigentlich kleinen Flüsschens Else.

Am Mittwochmorgen hatten vor allem Pendler die Folgen des Sturmtiefs zu spüren bekommen. Zahlreiche Bahnstrecken und Straßen waren durch umgestürzte Bäume oder abgebrochene Äste blockiert. In Selm im südlichen Münsterland prallte ein mit 70 Fahrgästen besetzter Regionalzug gegen einen Baumstamm. Die Bahn sprang aus den Schienen und holperte laut Bundespolizei noch rund 120 Meter weit über die Bahnschwellen. Die Einsatzkräfte mussten sich den Weg durch ein matschiges Waldgebiet zur Unfallstelle bahnen. Alle Fahrgäste blieben unverletzt. Sie mussten mit Hilfe der Rettungskräfte zu Fuß aus dem unzugänglichen Gelände bis zum nächsten Straße laufen und dort in Busse umsteigen.

Auf den Autobahnen war die Situation größtenteils entspannt. Nach Angaben der Verkehrszentrale von Straßen.NRW gab es zwar einzelne Sperrungen - es habe aber bedingt durch die Weihnachtsferien keine großen Staus gegeben.

Feuerwehr und Polizei mussten zu mehr als 1500 Einsätzen ausrücken. Meist ging es aber um kleinere Einsätze. Drei Autofahrer wurden landesweit bei witterungsbedingten Verkehrsunfällen schwer verletzt. Viele Menschen in Mechernich hatten am Morgen zeitweise keinen Strom.

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